31
„Du hast schon genug gesagt, Paul," unterbrach ihn dasMädchen, indem sie ihm mit einer Vertraulichkeit die Hand aufden Mund legte, welche ihn fast geradezu wegen seiner Behaup-tung der Luge zeihte. „Unser Geheimniß ist sicher bei diesem ehr-lichen, alten Manne. Das sehe ich aus seinen Blicken und gü-tigen Worten."
„Unser Geheimniß! Ellen, hast du vergessen —"
„Nichts. Ich habe nichts von dem vergessen, woran ichdenken sollte. Und doch sage ich, wir laufen keine Gefahr beidiesem ehrlichen Wildsteller."
„Wildsteller! Ein Wildsteller also? Dann Eure Hand, Vater.Unsere Gewerbe sollten uns zusammenbringen."
„Das würde sich wenig passen," erwicderte der Andere, indemer die athletische und kräftige Gestalt des jungen Mannes prüfte,wie er sich sorglos und nicht unanmnthig ans seine Flinte lehnte.„Die Kunst, Gottes Geschöpfe in Schlingen und Netzen zu fan-gen, erfordert mehr Schlauheit als Kräfte, und nur mein Alterzwingt mich, sie anszuübcn! Aber für Jemand, wie Ihr seid,schickte es sich besser, ein Geschäft für Eure Jahre und EurenMuth zu treiben."
„Für mich? Ich habe in meinem Leben nicht einmal einenschleichenden Wiesel oder eine Moschusratze in der Falle gefangen,ob ich schon gestehen muß, daß ich ein paar Mal auf dieseschwarzhäutigen Tenfelchen losgepfeffert habe, wo es besser ge-wesen wäre, ich hätte das Pulver im Horn und das Schrot imBeutel gespart. Ich bin der Mann nicht, alter Herr; nicht wasans der Erde kriecht, ist meine Jagd."
„Was für ein Leben führt Ihr denn aber, Freund? Denn hierin den Gegenden gibt es wenig zu verdienen, wenn Jemand seinihm gesetzlich zustehendes Recht auf die Thiere des Feldes aufgibt."
„Ich will mich nicht besser machen, als ich bin. Wenn mirein Bär über den Weg gelaufen kommt, so ist er bald kein Bär