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Drittes Kapitel.
Ha. ja! Du bist in deinem Zorn ein so hitziger Bursch,als einer in ganz Italien; eben so ungestüm in deinem Zorne,und eben so zornig in deinem Ungestüm.
Romeo und Julie.
Obgleich der Wildsteller einiges Erstaunen verricth, als ereine andere menschliche Gestalt, ihnen näher kommend, gewahrte,und das noch dazu von einer, dem Lagerplätze des Auswanderersganz entgegengesetzten Seite, so geschah dieß doch mit der Festig-keit eines Mannes, der längst an gefährliche Auftritte gewöhnt war.
«Dieß ist ein Mann," sprach er, „und einer mit weißem Blut ,in den Adern, oder sein Tritt wäre leichter. Es ist gut, aufsSchlimmste gefaßt sein, da alle die Mischlinge"'), welche Einemin diesen entfernten Strichen begegnen, weit barbarischer sind,als die wirklichen Wilden."
Während er das sprach, hob er die Flinte ans, und prustemit dem Finger den Stein und das Zündpnlvcr. Aber sein Armwurde, gerade während er anlegen wollte, von den ängstlichenund zitternden Händen seiner Gefährtin zuriickgehaltcn.
„Um Gotteswillen nicht zu schnell," sprach sie, „es mag einFreund sein, ein Bekannter, ein Nachbar."
„Ein Freund?" wiederholte der alte Mann, indem er sichnachdenklich von ihrem Anfaffen losmachte. „Freunde sind seltenin jedem Lande, und hier vielleicht seltener als irgend wo; auchmacht die spärliche Nachbarschaft ringsum cs nicht wahrscheinlich,daß der, der da auf uns znkommt, selbst nur ein Bekannter ist."
„Wär's auch ein Fremder, weßhalb sein Blut?"
Der Wildsteller blickte eine Weile ans ihre ängstlichen underschreckten Zuge, und setzte dann seine Flinte ans den Boden,wie Einer, der seinen Vorsatz plötzlich geändert hat.
*) Die Mestizen. Sprößlinae indianischer Mütter und weißer Väter, haben vielvon der Verderbtheit der Civilisation, ohne die guten Eigenschaften der Wilden.