Druckschrift 
2 (1846) Der Pfadfinder oder das Binnenmeer
Entstehung
Seite
365
Einzelbild herunterladen
 

365

einen Gedanken zu verhehlen: sein Gemüth nahm jeden Eindruckauf nnd gab ihn zurück mit der Schmiegsamkeit und Rückhaltlosig-keit dieser Lcbenspcriode. Ein Kind konnte seine launige Einbil-dungskraft kaum mit einer größeren Leichtigkeit einer vorübergehen-den Erregung hingeben, als dieser Mann, welcher so einfach inseinen Gefühlen, so ernst, so gelassen nnd männlich, und so strengin Allem war, was sein gewöhnliches Treiben berührte.

Ihr habt Recht, Sergeant," antwortete der Pfadfinder;einMißgriff von Eurer Seite ist schon eine ernstere Sache."

Ihr werdet Mabel zuletzt doch aufrichtig und ehrlich finden;laßt ihr nur ein wenig Zeit."

Ach, Sergeant!"

Ein Mann von Euren Verdiensten würde auf einen SteinEindruck machen, wenn Ihr ihm Zeit ließt, Pfadfinder."

Sergeant Dunham, wir sind alte Kriegskameraden, dasheißt, wie man den Krieg eben hier in den Wäldern führt, undwir haben uns gegenseitig so viel Liebes erwiesen, daß wir wohlaufrichtig gegen einander sepn können. Was hat Euch dennveranlaßt, zu glauben, daß Mabel einen so rohen Burschen, wieich bin, gerne haben könne?"

Was? ach eine Menge vou Gründen, und dazu rechtgute, mein Freund. Vielleicht die Liebesbeweise, von denen Ihreben spracht, und die Kämpfe, die wir mit einander bestanden;und dann sepd Ihr mein geschworner und geprüfter Freund."

Alles dieses klingt ganz gut, soweit es Euch und mich be-trifft; aber es steht in keiner Berührung mit Eurer hübschenTochter. Sie denkt vielleicht, daß gerade diese Kämpfe das etwasschmuckere Aussehen, welches ich einmal gehabt haben mag, verheer-ten; und ich bin nicht darüber im Reinen, ob des Vaters Freund-schaft besonders geeignet ist, einem Anbeter die Liebe eines jungenMädchens zu verschaffen. Gleich und gleich gesellt sich, sag' ich Euch,Sergeant; und meine Gaben sind nicht ganz MabelDunhams Gaben."