Major, welcher an der Sache mehr Theil zu nehmen begann, alser im Anfang gefühlt hatte. „Ich bekenne, ich bin ein wenigneugierig, etwas von dem Sinne der Weiber kennen zu lernen,da ich, wie Ihr wißt, selbst ein Junggeselle bin."
„Euer Gnaden, wenn ich von dem Pfadfinder zu dem Mädchenspreche, so blickt fie mir immer voll in's Gesicht, stimmt mit allemüberein, was ich zu seinen Gunsten sage, und benimmt sich dabeians eine freie und offene Weise, welche so viel sagt, als ob fie ihnschon halb als ihren Ehemann betrachte."
„Hm — und diese Zeichen, Sergeant, glaubt Ihr, setzen dietreuen Merkmale ihrer Gefühle?"
„Ja, Euer Gnaden, denn fie sind auffallend genug. Wennich einen Mann finde, Sir, der mir frei in's Gesicht sieht, währender einen Offizier lobt — denn, ich bitte Euer Gnaden um Ver-zeihung, die Soldaten machen bisweilen ihre Bemerkungen überdie Vorgesetzten — wenn ich einen Mann finde, der mir in dieAugen sieht, wenn er seinen Capitän lobt, so nehme ich immer an,daß der Bursche ehrlich ist, und es auch so meint, wie er sagt."
„Ist aber nicht ein wesentlicher Unterschied zwischen demAlter des beabsichtigten Bräutigams und dem seiner artigen Braut,Sergeant?"
' „Ganz recht, Sir; Pfadfinder steht um die vierzig, undMabel hat jede Aussicht auf ein Glück, welches ein junges Weibmit Sicherheit durch den Besitz eines erfahrenen Ehemannes er-warten darf. Ich war selbst volle vierzig Jahre alt, als ich ihreMutter heirathete."
„Aber wird Eure Tochter geneigt setzn, ein grünes Jagdhemdwie es Euer würdiger Wegweiser trägt, mit einer Fuchsmütze, ebenso zu bewundern, als die blanke Uniform des Fünsundfünfzigsten?«'
„Vielleicht nicht, Sir; dafür wird sie aber das Verdienst derSelbstverleugnung haben, welche immer ein junges Weib weiserund besser macht."