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ihr empfing. — Dies geschah bloS, damit Adrienne, wenn sie michvorzeigte, sagen konnte, daß ich ihrer Hände Werk und die Spitze»,die mich zierten, ein Familienerbstück seyen. Gleichwie es verschie-dene Mittel giebt, durch die einzelnen Artikel eines Ehe-VertragS dasGewissen der Contrahenten zu beruhigen, so giebt'S auch allerlei Wege,um die Stimme der verwundeten Eigenliebe zu beschwichtigen.
Taschentücher haben ihre Revolutionen so gut wie Staaten.Ich befand mich nun in meiner ersten Nestaurationsperiode undobwohl ich mich vollkommen glücklich fühlte, so brachte es dochmein französisches Blut mit sich, daß mein Blick sich schon wiederauf neuen Wechsel richtete, wie denn ein Temperament, welches denBourbonen schon zweimal ihren Thron gekostet hat, mich Wohl schwer-lich im ruhigen Besitze des meinigcn lassen wird.
Adrienne liebt ihren Mann über Alles: aber auch ich besitzeein Plätzchen in ihrem Herzen. Selten vergeht eine Woche, ohnedaß sie mich in Händen hat und oft, wenn das Gefühl ihres ge-genwärtigen Glücks sie zu überwältigen droht, findet sie eine Artschmerzlicher Lust in der Erinnerung an die düsteren Stunden, indenen sie mich zu dem schuf, was ich jetzt bin. Dann stießen ihreThränen ungehemmt und ich fühle wohl den sanften Druck ihrerkleinen, zarten Hand, wenn sie für die Seele ihrer GroßmutterGebete zum Himmel sendet oder sich für das Glück, dessen sie sichnunmehr freut, in brünstigem Danke ergießt.
Bälle und Gesellschaften sind fürder nicht mehr die Glanz-punkte meines Lebens; es beschränkt sich vielmehr ausschließlichauf die verschwiegenen Räume des Closets, wo die Liebenden dieköstlichen Augenblicke zärtlicher Vertraulichkeit genießen. Weit entfernt,mein stilles LooS zu beklagen, muß ich vielmehr dankbar anerken-nen, daß kaum je ein Individuum meines Geschlechtes höher be-günstigt war als ich, dessen Tage wohl eigentlich im Schooße derUnschuld und Herzenseinfalt hinfließen.
Einmal erst, seit dem ich bei meiner neuen -Herrin* bin — bei einer