„O, unsägliches Weh! — Ja, unerbittliches Mädchen, Deinschwankendes „Ja" hat mich zur Persvnification jenes alles über-wältigenden Gefühles gemacht, von welchem Deine Schönheit undVollendung die neckende Wirklichkeit geworden ist. Ach! Ach! daßbärtige Männer" — Toms Antlitz war nämlich mit Haaren be-deckt — „ach! ach! daß bärtige Männer gar noch weinen sollenüber die Unbeständigkeit weiblicher Laune!"
Hier ließ Tom sein Haupt auf die Brust sinken und nahm nacheinigen grunzenden Seufzern sein Taschentuch mit einer sehr pathe-tischen Gebärde vor'S Gesicht, indem er dachte: „Wahrlich, wennsie jetzt nicht mürb wird, so weiß Gott allein, was ich zunächstsagen soll."
So sehr Julia anfangs erschrocken war, so höchlich ergötztesie sich nunmehr an dieser Scene. Es fehlte dem Mädchen durch-aus nicht an Geist; auch hatte sie etwas von Mutter Eva's Schaden-freude in sich. Sie beschloß deßhalb, wie'S die Amerikaner imKrämerjargon nennen—„ihr Kapital bei der Sache herauszuschlagen."
„Was ist denn dies für ein „Ja", von dem Sie sprechen undworauf Sie solches Gewicht zu legen scheinen?" fragte sie.
„Jenes „Ja" war mein Gift und Gegengift," antworteteTom, sich zu einem neuen und noch verzweifelteren Angriffe an-schickend. „Als es zum erstenmale von Ihren Rubinlippen tönte,durchzuckte es meine verwirrten Sinne wie eine Feuerbacke."
„Mr. Thurston — Mr. Thurston — was meinen Sie nur?"
„Ach, hol's der Teufel," dachte Tom, „feuchtes Licht" hätteich sagen sollen — wie zum Satan konnte ich dieses Wort ver-gessen? — es hätte meinen Satz so herrlich abgerundet."
„Was ich meine, Engel des feuchten Lichts ?" gab Tom laut zurAntwort; „ich meine Alles was ich sage und noch ganze Loosevon Gefühl dazu. Wenn das Herz beängstigt wird von unaus-sprechlicher Rührung, dann spricht es in Lauten, welche die Nerventödten und die Ohren zerreiffen." Tom kam nach und nach in'S