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„Wie, Ihr Name wäre nicht Hennequin?" fragte Shorehamängstlich.
„Er ist es nicht. Meine arme Großmutter nahm ihn an, alswir das letzte Mal nach Paris kamen, aus Besorgniß, daß dieGuillotine der Revolution von 1830 Nachfolgen möchte, wie sie dervon 1789 gefolgt war. Diesen Namen befahl sie mir beizube-halten, und ich fand bis jetzt nicht gerathen, ihn wieder abzulcgen.Ich stamme aus der Familie de la Rocheaimard."
Ein Ruf der Ueberraschung und des Entzückens tönte vonShorehamS Lippen. Adrienne mußte ihre Erläuterungen wiederhole»und ihm sogar, so genau sie eS vermochte, ihre ganze Verwandtschafterklären. Der Leser wird sich erinnern, daß eine amerikanische Heirathin Adriennens Familie stattgesunden hatte und daß sich Alles, was dasarme Mädchen noch an Verwandten besaß, von dieser Verbindungjenseits des Weltmeers herschrieb. — Einer dieser Verwandten, freilichnur Drittgeschwisterkind, war Betts Shoreham: seine Urgroßmutterwar eine echte Rocheaimard gewesen und der junge Mann konnteder armen verlassenen Waise in einem Athen, ein halbhnndert Per-sonen aufzählen, mit denen auch sie in demselben Grade verwandt war.
Es ist unnüthig zu sagen, daß diese unerwartete Wendung desGespräches das Interesse beider Theile im vollsten Maße in An-spruch nahm und zwar dergestalt, daß Betts für den Augenblicksogar seiner Liebe vergaß und Adrienne am Ende ziemlich geneigtwar, die allzu scrupulösen Einwürfe fahren zu lassen, mit welchensie ihrem Geliebten die Belohnung seiner Leidenschaft versagt hatte.Zu Erläuterungen hierüber blieb jedoch wenig Zeit, denn dieStunde mahnte zum Scheiden.
„Und nun, geliebte Cousine," sagte Betts im Aufstehen undergriff Adriennens nicht mehr widerstrebende Hand -— „werden Sieja wohl Ihren übertrieben zarten Einwürfen gegen die Schicklichkeitmeiner Bewerbung entsagen, meine angebelete Adrienne. Als Ihrnächster männlicher Verwandter habe ich ein Recht auf Ihren Ge-