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Betts Shoreham beschäftigte sich, wie ich Wohl bemerkte, aufMrS. Leamington'S Balle beinahe ausschließlich mit Mlle. Henneguin,obgleich er sich des unangenehmen Eindruckes noch keineswegs cnt-schlagen konnte, den ihm ihr Benehmen bei jenem Zusammentreffenmit mir verursacht hatte. Die Beiden verstanden einander vollkom-men, denn während des ganzen Abends vermied sie eS sichtlich,ihren Blick aus mich zu wenden, als ob sie Gefühle oder Eindrückeniederzukämpfen suche, welche sie nicht verrathen mochte.
Diese Gefühle — wenn es wirklich Gefühle waren — oderEindrücke (denn als solche ließen sie sich nicht abläugnen) konntennur sepn: Neid, Mißgunst über die glänzenderen Umstände einerAndern — oder mochten sie auch durch lobenSwerihe, philosophischeBetrachtungen über die Thorheiten, welche die gedankenlose Jugendso oft zur Ausschweifung verführen, hervorgerufcn seyn. Bettsgab sich alle Mühe, das Letztere zu glauben, und doch hätte er seineminnersten Gefühle nach tausendmal lieber gesehen, wenn das Weibseiner Liebe über eine derartige Schwäche eines Mädchens von ihremAlter gelächelt, als wenn sie eine altkluge Verständigkeit an denTag gelegt hätte, welche jedenfalls auf Kosten der Leichtherzigkeitund der Sympathieen ihrer Jahre, wie ihres Geschlechts allzu theuererkauft gewesen wäre. Ich hatte — nur in kleinerem Maaßstab— in seiner Brust ein ähnliches, unbehagliches Mißtrauen erweckt,wie DeSdemoua'S Taschentuch in der des Mohren.
Auch Julia Monson gefiel sich an diesem Abend nicht so, wiesie sich'S vorgestellt hatte. Sie fühlte zwar keine Liebe für Sho-rcham, denn ihr Temperament, wie ihre Erziehung waren nichtvon der Art, daß sie sich der Leidenschaft für einen Mann hättehingeben können, so lange nicht eine ganz unzweideutige Erklärungvon seiner Seite vorangegangen war: wohl aber mochte sie ,ihn sehrWohl leiden und nichts wäre leichter gewesen, als diesen Funkeneiner Bevorzugung zur Flamme anzublasen. UebrigcnS war sie zujung und — die Wahrheit zu sagen — auch zu natürlich und zu wenig