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„Es dürfte sehr die Frage seyn, liebe Julia, ob das, was DuStyl nennst, für ein junges Frauenzimmer paffend ist; ein Taschen-tuch aber, das blos für den Prunk ist und nicht zum Gebrauchdient, kommt mir, offen gestanden, gemein vor."
„In Sir Walter Scotts Sinne einmal nicht, meine Liebe,"erwiederte Julia lachend, „wenigstens ist es nichts so ganz Ge-wöhnliches, denn nicht Jedermann ist im Stande, sich ein ge-sticktes französisches Tuch zu halten."
„Sir Walter Scotts Definition des „Gemeinen" scheint mirnoch sehr der Kritik zu unterliegen. Das Wort ist zwar ohne Zweifelvon einem gewöhnlichen Sinn, einem gewöhnlichen Thun und Trei-ben hergenommen; allein heutzutage bezeichnet es mehr das Ge-meine als Gegensatz von Feinheit und Bildung. Auch ist es jabaarer llnflnn, ein Ding deshalb, weil es gewöhnlich ist, für gutund anständig auszugeben. Nichts ist z. B. häufiger in der Welt,als eine Lüge und diese ist doch gewiß nichts LobenSwerthes."
„Gut, gut, Mary, man kennt dich ja schon als Philosophinund ich hätte auf eine solche Antwort gefaßt seyn sollen. Aberein Tuch will ich nun einmal haben und zwar das schönste, das ichnur finden kann."
„Und das theuerste! Ja, ja, das wird eine sehr stattlicheGarderobe werden mit Einem Taschentuch darin! Nimmt mich nurWunder, daß Du nicht auch einen einzelnen Schuh kaufst."
„Weil ich zwei Füße habe," erwiederte Julia etwas spitzig,obgleich sie gutmüthig dazu lachte, „aber still — der Commis kömmtund der braucht von unserem Streite nichts zu hören. — Bitte,Sir, zeigen Sie mir das schönste Tuch in Ihrem Laden."
Der Jünger Merkurs zog mich unter dem Haufen hervor undlegte mich mit feierlicher Miene vor Julia'S schwarze, glänzende Augen.„Hier, Ma'am, ist das feinste und ausgesuchteste, nicht nur waswir haben, sondern von Allem, was in ganz Amerika zu findenist. Unser Compagnon, ,Mr. Silky*, hat es von seiner letzten Reise