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feinerungen des Lebens, welche eine höhere Kultur verleiht, nieeine anmuthige und gefällige Form gewinnen.
Von dieser Wahrheit hatte Eudosia zuweilen eine dunkle Ah-nung, obgleich sie in ihren Reflexionen selbst über weniger schwierigeMaterien nur selten zu einem richtigen und klaren Resultate ge-langte. Im gegenwärtigen Falle sah sie die Wahrheit nur vonder Einen Seite und zwar von der alltäglichsten, wie man sogleichan der Bemerkung erkennen wird, die sie darüber machte.
„Und dann, Klara, was den Preis meines Tuches betrifft, somußt Du auch die Grundsätze der Nationalökonomen nicht unbe-rücksichtigt lassen, die bei solchen Sachen ein Wort mitzureden haben.Dein Vater läßt Dich doch Nationalökonomie studiren, meine Liebe?"
„Bewahre, das thut er nicht; ich weiß kaum, was das Wortbedeutet."
„Hm, das ist sonderbar; Papa sagt doch immer, in der Zeit, inwelcher wir leben, sey sie der einzige Weg, um reich zu werden, undPapa verdankt selbst sein wunderbares Glück einzig und allein derNationalökonomie und dem Spekuliren mit Loosen; denn im Ver-trauen, liebes Klärchen, mein Vater war nicht immer so reich."
„Nicht?" wiederholte Klara, der dies sehr wohl bekannt war,mit halbverbiffcnem Lächeln.
„Im Gegentheil, es fehlte viel daran; aber Du weißt, manspricht nicht gern davon, weil eS einmal in unserm New-Dork eineSchande ist, nicht zum mindesten eine halbe Million Werth zu sein.Dein Vater, Klara, ist ja gewiß auch so viel Werth?"
„Ich weiß davon so wenig, daß ich Dir nicht sagen kann, ober nur den vierten Theil werth ist, Eudosta. In meinen Augenist eine halbe Million Dollars ein großer Hausen Geld und ichweiß, daß mein Vater selbst sich für arm hält, wenigstens für dieStellung, die er inne hat. Aber Du wolltest ja etwas von Natio-nalökonomie sagen, — ich bin nicht wenig begierig zu hören, wasdiese mit Deinem Taschentuch zn schaffen hat."