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von wirklicher höherer Bildung war nicht die Rede gewesen. Selbstin dem gleichen Punkte vernachlässigt und daher ohne zureichendesUrtheil, hatten sie ihre Tochter den Händen von Miethlingen anver-trauen müssen, welche ihrer Pflicht genügt zu haben glaubten, wennsie ihren Zögling wie einen Papagei nachplappern gelehrt hatten.Daher war Alles, was Eudosia lernte, nur auf den Effekt undnicht für das Leben berechnet, und in dieser Beziehung konnte mansagen, daß Schule und Taschentuch bei ihr wie aus einem Stückewaren.
Eilftes Kapitel.
Dch muß mir hier eine kleine Abschweifung erlauben, um einekurze Bemerkung über ein Thema einzustechten, über welches manin Amerika vermöge gewisser nationeller Gewohnheiten und Vor-nriheile gar leicht zu einer einseitigen Ansicht gelangt.
Man ist dort nämlich sehr geneigt, gewisse Vorzüge der feine-ren Bildung den sogenannten häuslichen Tugenden gegenüber zubelächeln. Nun besteht aber der Vorzug eines Kochs darin, daßer gute Schüsseln liefert, der einer Nähterin, daß sie gut näht,und der einer Dame, daß sie einen geläuterten Geschmack, einengebildeten Geist und verständige Manieren hat. Die wirklichenVorzüge aller Genannten sind dieselben, nur daß sie je nach ihrerStellung besonderen Gesetzen unterliegen» und nur bei den mehräußerlichen Vollkommenheiten stellt sich die Sache anders.
Alle feineren Blüthen menschlicher Kunstfertigkeit belächeln zuwollen, ist wahrlich kein Beweis von Kenntniß der Bedingungenmenschlicher Glückseligkeit und des verwickelten Getriebes socialerGröße und gesteigerter Civilisatiou. In einer wohlcingerichte-ten Gesellschaft muß es Abstufungeu der Talente geben, und wennauch nur Fleiß, Geschick und Erfindsamkeit einen tüchtigenGrund legen können, so wird dagegen das Gebäude ohne die Ver-Das gestickte Taschentuch. 7