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reichere Leute im Staate sind, lind nun — ändert dieß nicht dieSache mit dem Taschentuche? Es wäre ja gering von mir, wollteich ein Hundert-Dollars-Tuch von der Hand weisen, wenn ich einesauftreiben kann."
„Was de» übermäßigen Aufwand betrifft, so mag es die Sacheändern; nicht aber im Punkte der Schicklichkeit und des TactS.Was soll Dir ein Taschentuch, wie dieses, nützen? Ein Taschen-tuch istzurBenutzungbestimmt, meineLiebe, nicht zur Schaustellung."
„Und willst du denn. Klara, daß eine junge Dame ihr Tuchdurchaus gebrauche, wie ein tabaktriefendes Mütterchen?"
„O nein, ich meine, eine junge Dame soll es gebrauchen, wiees sich für eine junge Dame schickt, und nicht anders. Aber immerverletzt es mein Gefühl als ein Zeichen von Taktlosigkeit und ge-ringer Bildung, wenn man die Rollen, welche den Dingen zukom-men, gewaltsam durcheinanderwirft. Ein Schnupftuch bleibt imgünstigsten Falle zum gewöhnlichen Hausgebrauche bestimmt; es istoffenbar schlechter Geschmack, es zum Gegenstände der Gefallsuchtmachen zu wollen. Fein mag cS schon sehn, um eine Idee von derZartheit der Besitzerin zu geben; aber mit sinnlosen Zierrathenausstafsirt — nie. Siehe nur einmal zu, wie sich ein gestickter Pan-toffel an einem Frauenfußc so gemein und marktschreierisch ausnimmt."
„Ich gebe dieß zu; aber, mein Schatz, nicht jedermann kannHundert-DvllarS-Taschentücher führen, der gestickte Schlappen tragenkann. Und nun sage, was du willst, ich werde meine neue Erwer-bung diesen Abend auf Miß Trotters Balle tragen."
Klara machte hiegegen keine Einwendung, obgleich ihre Blickefortwährendes Mißfallen mit dem Kaufe ihrer Freundin ausdrückten.
Nun hatte aber die liebliche Eudosia durchaus kein schlimmesHerz, sondern war nur durch eine schlechte Erziehung verdorben.Ihre Eltern hatten ihr nämlich von all' den üblichen Kenntnisseneiner jungen Dame nur einen oberflächlichen Anstrich geben lassen;