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dieß mag in Whitcstreet der Fall seyn, aber hier in Broadway wirbman solcher Sachen nicht müde. Sieh' mal her" — und sie legtemich der Länge nach auf ihren Schooß — „dies ist ein Taschentuch;ich wünschte Dein Nrtheil darüber zn Horen."
Klara betrachtete mich mit großer Aufmerksamkeit, und trotzeines leichten StirnrunzclnS und eines Ausdrucks der Mißbilligung,der über ihre schonen Züge — denn Klara war wirklich schön —hinglitt, bemerkte ich dennoch, wie auch zugleich die natürliche Sym-pathie ihres Geschlechtes sich regte, als ihr Auge über die kostbarenSpitzen, die vollendete Stickerei und den wunderbar feinen Stoffhinschweifte. Aber Erziehung und Gewohnheit behielten die Ober-hand, und sie mochte kein Lob aussprechen, wo sie in Wahrheit nureinen Mißbrauch der Kunst und eine geschmack- weil sinnlose Ver-schwendung sehen konnte.
„Dieses Tuch, Clara, kostet Einhundert Dollars," sprachEudosia, indem sie, so viel möglich, die langsam feierliche Betonungdes Hauses Bobbinet und Compagnie nachahmte.
„Ist es möglich, Eudosia! welch' ungeheure Summe für einso nutzloses Ding."
„Nutzlos! nennst du ein Taschentuch nutzlos?"
„Gewiß, meine Liebe, wenn es der Art ist, daß man nichtdaran denken kann, es dazu zn gebrauchen, wozu es eigentlich be-stimmt ist. Ebensogut könnte es mir einfallcu, Kautschuck-llcber-schuhe mit Atlas zu besetzen, als ein Taschentuch in diesem Stylezu garniren."
„Styl, sagst du? Ja, ja, ich sollte denken, es ist etwas vonStyl daran, ein Taschentuch zu besitzen, das einhundert Dollarskostet. Bedenke nur, Clara Caverly, daß neun und siebenzig Dollarsbisher das Höchste war, was in New-Dork für einen solchen Artikelbezahlt wurde. Mein Tuch ist um neun und zwanzig Dollar theurerals jedes andere!"
Clara Caverly seufzte; nicht aus Eifersucht, Mißgunst oder