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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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So nahm sie denn in einer Art heiliger Ehrfurcht das kleine Mahlzu sich und fühlte sich bald so weit gestärkt, um ihre Seele imGebet erheben zu können.

Mademoiselle wird so gut sehn, mir zehn Franken zu geben,"sprach Desiree bei ihrer Rückkehr;ich habe alles Nöthige bestellt,brauche jetzt aber auch Geld, um einige Kleinigkeiten zu bezahlen,welche man in Kurzem herbringen wird."

Ich habe kein Geld, Desiree, nicht einen Sous."

Kein Geld, Madmoiselle? Aber ums Himmels willen, wiesollen wir denn Ihre Großmutter beerdigen?"

Das Taschentuch"

Desiree schüttelte den Kopf und sah nun, daß sie ihre meistenBestellungen zurücknehmen mußte. Doch war sie ein Weib und fühltemenschlich, konnte also ein so hülfloseS Wesen in einem Augenblickeder höchsten Bedrängniß unmöglich ganz im Stiche lassen.

Dies Taschentuch läßt sich für sünfundvierzig Franken ver-kaufen, Mademoiselle," begann sie nach augenblicklichem Nachdenken;so viel will ich selbst dafür geben, ohne für meine heutigen Diensteeinen Heller anzurechnen. Ihre gute Großmutter muß ein christ-liches Begräbniß haben» das ist gewiß es wird ohnehin fürzwei Napoleons ärmlich genug auSfallen. Was sagen Sie dazu,Madmoiselle, wollen Sie die fünf und vierzig Franken von mirannehmen oder ziehen Sie vor sich an die Putzhändlerin zu wenden?"

Ich kann jetzt zu Niemand gehen, Desiree. Geben Sie mirdas Geld und machen Sie, daß meiner geliebten Großmutter dieletzte Ehre, wie sich'S gebührt, erwiesen wird."

Adrienne sprach dies mit der Ruhe der Verzweiflung. OhneAusdruck in den hohlen Augen, ohne einen Tropfen Bluts inden bleichen Wangen saß sic da, die Hände regungslos in demSchoße ruhend ein Bild der völligsten Hülflosigkeit.

Desiree legte zwei Napoleons auf den Tisch, indem sie fünfFranken für einige augenblickliche Ausgaben zurückbehielt, und nahm