Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

Gespenst vor ihrer Seele gestanden. Sie bekannte die Wahrheitund sagte, daß sie mit den Preisen solcher Artikel unbekannt seyund nur zuweilen schon gehört habe, wieviel reiche Damen dafürzu bezahlen pflegten.

»Ja, das ist ganz was Anderes! Solche Leute, meine Liebe,geben immer zweimal so viel, als ein Ding wcrih ist. Nun lassenSie einmal sehen das Tuch kostet Sie zehn Franken?"

Acht und zwanzig," verbesserte Adrienne mit zitternderStimme.

Acht und zwanzig! du mein Gott! Da sind Sie schändlichgeprellt worden! Zehn wäre» schon ein hoher Preis in einer Zeit,da alle Fremden fort sind. Bleiben wir also bei zehen. DieSpitzen hier die mögen wohl einen Napoleon Werth sehn: ja,ja, wir können sie zu einem Napoleon rechnen."

Der armen Adrienne sank der Muth: sie hatte sie wenigstensfünfmal so hoch angeschlagen.

Das macht also dreißig im Ganzen für Ihre Auslagen,"fuhr ihre Quälerin mit unerbittlicher Ruhe fort,und nun dieArbeit. Sie mögen wohl vierzehn Tage zu dem niedlichen Din-gelchen gebraucht haben?"

Zwei Monate," erwiederte Adrienne kleinlaut.

Was Sie sagen zwei Monate! Ach ja. Sie sind wohlan dergleichen Beschäftigungen nicht gewöhnt; da geht freilich dieArbeit nicht so recht von der Hand."

Ich konnte nur des Morgens und spät in der Nacht daranarbeiten; aber dennoch sollte ich meinen, daß ich gar manchevolle Stunde darauf verwendet habe."

Und Sie nickten wohl auch zuweilen darüber ein? Nun gut,wir wollen einen Monat sagen. Dreißig Tage zu zehn Sous thutfünfzehn Franken, dazu die dreißig, die wir für Ihre Auslagenhatten, macht im Ganzen fünf und vierzig Franken xarolechiwnneur, eine hübsche Summe für ein Taschentuch! Ja, ja, so