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Rocheaimard eine weitere Woche lang zu decken, wobei das armeKind freilich an ihrer eigenen Person noch mehr als bisher spa-ren mußte.
Sobald sie zu ihrem Stickrahmen zurückgekehrt w'ar — denndiesem hatte sie in ihrer Gewissenhaftigkeit die paar Minuten zudem Gange abgezogen — ging sie diese Berechnung noch einmalbei sich durch, und warf dann, als sie damit zu Ende war, einenBlick auf ihre Arbeit, als ob sie nach dem schon Vollendeten dieZeit bemessen wollte, die sie noch dazu brauchen konnte. Ihr Augesagte ihr sogleich, daß nicht mehr als der vierte Theil fertig war;konnte sie übrigens nur über die nächsten sechs Woche» hinauskommen,so war sie vergleichungsweise reich zu nennen: die Miethe, welchein zwei Monaten zu Ende ging, wollte sie dann aufgeben, umeine wohlfeilere Wohnung auf dem Lande zu suchen; dorthin solltedie Großmutter gebracht und alsbald ein zweites Taschentuch — wo-möglich aus unserer Familie— angekauft werden, um während derZeit, da sie von den Früchten der gegenwärtigen Arbeit lebten,für eine fernere Zukunft die Mittel vorzubereiten. Zwar reichtenihre Spitzen nicht zur Verzierung des zweiten Taschentuches, ^doch„mit dem reichen Erlöse des ersten ließ sich ja diesem Mangel ab-helfen", und so sah sie in ihrem einfachen Sinne keinen Grund vorsich, warum diese Quelle versiegen sollte, so lange ihre Kraft undGesundheit ansdauerte, oder so lange wenigstens ihre Großmutteram Leben bliebe.
Wie die Arbeit die eine Krücke des Elenden ist, so bildet die Hoff-nung gewiß die andere. Sie ist es, welche dem Müden und Beladenen,den die Gegenwart z» Boden drückt, liebliche Bilder kommenderTage vorführt, da ihm bessere Sterne leuchten werden; sie ist es,welche dem Menschen fortwährend den heilsamen und gewichtigenTrost vor Augen hält, daß unser Aller — wenn wir uns nur beiZeiten darauf vorsehen — eine Zukunft wartet, welche jedes Unrecht, vergüten, auf jede Wunde Balsam träufeln wird!