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Fingerhut zum Kaufe anbot; „dies ist ein so ordinärer Artikel, daßich gar nicht darauf bieten sollte, doch will ich dreißig SouS daranwagen."
Adrienne glaubte, diesmal ihre Berechnung mit etwas mehrMenschenkenntniß angestellt zu haben. Bittere Erfahrungen hattenihr bereits mehr denn eine eindringliche Lehre gegeben und ste fühltedie Nothwendigteit, im Berkehr mit den Menschen mehr als bisherauf ihrer Hut zu seyn. Sie hatte auf drei Franken gerechnet,denn der Fingerhut war so gut wie neu, dazu nett gearbeitet, so daßer im Laden zu fünfcn noch für wohlfeil gelten konnte. Sie nahmsich also ein Herz und sprach dies gegen die HandelSfran aus.
„Drei Franken, Mademoiselle!" schrie diese, „nimmermehr,seitdem jene drei Unglückstage allen Handel und Wandel gelähmthaben; kein Mensch ist mehr im Stande, einen solchen Preis zubezahlen; ich will froh seyn, wenn ich selbst wieder so viel darauslöse. Indessen, da das Dingelchen ein artig Ansehen hat und daSSilber ächt scheint, so wollen wir sünfunddreißig sagen, aber dannauch kein Wort mehr!"
Adrienne seufzte, nahm das Geld und eilte nach Hause. ZweiStunden später erschien im Laden ein müßiger Käufer, der mehrGeld als Verstand hatte und mußte für denselben Fingerhut, alsdie „allerncueste Mode der Julirevolution" sechs Franken bezahlen!So ließen sich gar manche Beispiele anführen, wie jenes glorreicheEreigniß noch ganz andere Folgen herbeiführte, welche eben so schwerauf das gewöhnliche Verhältniß zwischen Ursache und Wirkung zu-rückzuleiten wären.
Unterwegs rechnete Adrienne aus, daß ste mit Benützung desnoch übrigen Vorraths von Wein, Zucker und Pfeilwurz das Budgetihrer Großmutter mit zehn SouS bestreiten konnte; von ihrem eige-nen Lohn hatte ste bis jetzt täglich drei Sous zurückgelcgt, wasmit dem Erlöse des Fingerhuts uno dem einen noch in Kasse be-findlichen Frank gerade hinreichte, den Unterhalt für Frau von