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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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eigenes tägliches Brod zu verdienen: denn die Minuten warenkostbar in ihrer Lage!

Ich dachte nicht anders, als nun werde die Reihe an mich kom-men, besichtigt, auch wohl bewundert und geliebkost zu werden; abernichts dergleichen ward mir zu Theil. Adrienne hatte Alles nacheinem festen Plane geordnet und für mich waren lediglich dieMorgenstunden bestimmt, welche sonst ein Gang zur Erholung inder frischen Luft ausgefüllt hatte. Für jetzt wurde ich bei Seitegelegt, doch war der Ort, wo ich ruhte, so beschaffen, daß nichtsvon dem, was um mich vorging, meinen Blicken entgehen konnte.

Der Tag verstrich dem geduldigen Mädchen in unablässigerArbeit, welche nur dann unterbrochen ward, wenn die Großmutteretwas bedurfte; diese Liebesdienste waren die einzige Erholungmeiner armen Freundin. Eine leichte Suppe nebst einigen Weintraubenund etwas Brod bildete ihr ganzes Mittagsmahl und ich bemerktesogar, daß sie von den Weintrauben beinahe die Hälfte für denkommenden Tag zurücklegte. Offenbar war sie nicht mehr sicher,ob ihr Vorrath für die Großmutter bis zur Vollendung ihrer Arbeitausreichen würde und dieser peinliche Zweifel, der sich nicht bannenließ, war für jetzt die größte Qual des armen Geschöpfes, lieberdiesen ersehnten Zeitpunkt hinaus hatte sie keine Sorgen mehr,denn die Hoffnung, daß ihre so glücklich ausgcsonnene Spekulationverhältnißmäßig reiche Früchte tragen werde, stand unerschütterlichin ihrer Brust. Armes Kind! ihr Kummer war das Neberströmeneines zärtlichen Herzens, und ihre Hoffnungen kleideten sich in diesanguinischen Farben der unerfahrenen Jugend.

Den nächsten Morgen kam ich an die Reihe. Es war nachund nach Frühling geworden, eine Zeit, welche über Paris ihrenganzen Reichthum an Naturschönheiten ansschüttet. Wir warenim April und schon begannen die Blumen die Luft mit Wohl-gerüchen zu erfüllen und die öffentlichen Gärten mit ihrer Farben-pracht zu schmücken.