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augenblicklicher Rath für die mangelnden Bedürfnisse der Groß-mutter geschafft werden.
Glückselig über ihre Erwerbung wandelte Adrienne die Quaisentlang, als plötzlich diese unaufschiebliche Pflicht sich ihr aufdrang.Das Leihhaus war ganz außer ihrem Wege, sie sah sich daher nacheinem Laden um, wo sie hoffen durfte, etwas an den Mann zubringen, um dem Bedarf des Augenblicks abzuhelfen. Zum Glückbesaß sie eine» goldenen Fingerhut, ein Angebinde ihrer Großmutterzu ihrem letzten Geburtstage. Die Trennung von ihm ging ihrfreilich schwer zu Herzen, allein es geschah ja nur, um die geliebteGeberin nicht darben zu lassen, und dieß machte das Opfer umvieles weniger schmerzlich. Er hatte einen Napoleon gekostet undein Napoleon war damals eine ganze Schatzkammer in ihren Augen.Zudem hatte sie noch einen silbernen Fingerhut zu Hause „und selbstein kupferner" — dachte das aufopfernde Geschöpf — „wäre gegen-wärtig gut genug für mich."
Durch die Gänge, zu welchen sie ihre traurige Lage trieb,war Adrienne in einigen Juwclierläden bekannt geworden und nacheinem von diesen richtete sie jetzt ihre Schritte. Nachdem ein Blickdurch's Fenster sie vergewissert, daß nur eine Person ihres eigenenGeschlechts, die Frau des Juweliers, zugegen war, trat sie mitgrößerer Zuversicht und guten MutheS ein. „Madame," Hub siemit schüchternem Tone an, denn noch hatte die Noth sie nicht dreistoder gar frech zu machen vermocht, „Madame! ich habe hier einenFingerhut, der mir entbehrlich ist; wären Sie vielleicht geneigt ihnzu kaufen?"
Die Frau nahm den Fingerhut, wog ihn prüfend und unter-suchte seinen Gehalt mit dem Probierstein. Er war gar niedlichund klein, sonst hätte er nicht an Adrienne's Finger gepaßt: diesmachte die Ladendame anfänglich stutzig und sie warf einen arg-wöhnische» Blick auf die Hand des Mädchens, deren Zartheit undWeiße sie aber überzeugte, daß der Fingerhut nicht gestohlen war.