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wir bestimmt waren — mit einem Wort, sie verstand sich darauf,in die Gefühle eines Taschentuches cinzugehen!
Wie ganz anders war dagegen die Anerkennung, welche unsvon Desiree und deren Prinzipalen gezollt wurde. Für sie warenwir ein bloßes Rechenerempel mit Franken, und wir befanden unsnoch keine fünf Minuten in dem Magazin, als sich schon ein leb-hafter Streit darüber erhob, ob unser Preis »m einen Napoleonhöher oder niedriger gestellt werden sollte.
Man sprach sehr viel von einer gewissen „Frau Herzogin" undich konnte bald bemerken, daß man auf eine Dame dieses Ranges,die das seltene Glück gehabt hatte, mit dem Namen einer altenhistorischen Familie auch deren ganze Reichthümer auf die Gegenwartzu bringen, und welche in der Gesellschaft des Faubourg den Tonangab — als auf die „rechte Käuferin für unS" wartete. Für alle Fällewurde beschlossen, uns vor jedem sterblichen Auge zu verbergen, bisdie Herzogin, welche sich eben damals mit „Madame" zu RoSnyaufhielt und jene Prinzessin von da nach Dieppe begleiten sollte, inihr Hotel in der Straße Bourbon zurückzekehrt sehn würde, wasgegen den letzten Oktober geschehen sollte.
So sahen wir uns denn mit einem Male verdammt, mitten inder fröhlichsten Hauptstadt Europa'S drei Manate unseres Lebens invölliger Abgeschiedenheit zuzubringen: aller Kummer war umsonst,und so kamen wir denn zu dem Entschlüsse, uns mit Geduld zuwappnen und soviel möglich gute Miene zum bösen Spiele zu machen.Demgemäß wurden wir säuberlich in eine besondere Schublade ge-bracht, wo wir bereits einige andere Lieblingsartikel vorsanden, welchegleich uns, für gewisse vornehme, in diesem Augenblicke ebenfallsabwesende, Kunden zurückgelegt worden waren.
Solche „Specialitäten" * im Handel trifft man in Parisgar nicht selten; sie knüpfen zwischen Käufer und Verkäufer ein
* Wenn man es übersetzen wollte; „Feinheiten — Kunstgriffe."
D. U.