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tieferem Rothe Übergriffen wurde, und es war nicht Einbildung, wennich in der Hand, welche mich gefaßt hatte, ein leises Zittern verspürte.Schaam kannte es doch nicht sey», da das süße Kind selbst zu öfterenMalen mit solcher Unbefangenheit auf ihre Armuth anspielte, daßman wohl sehen konnte, wie jede falsche Schaam ihr gänzlich fernewar. Und warum hätte sie sich auch zu schämen gehabt? Wer sichinnerer Vorzüge bewußt ist, welche allen Reichthum weit aufwiegen,den wird die Armuth in der Regel nicht mit solchen Empfindungenheimsuchen, und ein edelgeborenes, guterzogenes, tugendhaftes Mädchensollte darüber erröthen müssen, daß ihre Eltern durch eine politischeKatastrophe, welche einen der ältesten, mächtigsten Throne umgestürzthatte, ihres ErbeS beraubt worden waren?
Viertes Kapitel.
Von nun an wurden Adrienne'S Besuche auf dem Bleichgrundehäufiger; gegen ihre Großmutter, welche sie stets begleitete, ge-brauchte das reizende Kind den Vorwand, mit Georges zu plau-dern, in der That aber kam sie blos, um das Wachsthum der Ver-feinerung in unserem Aeußeren zu beobachten. Noch nie war ihr einGebilde von solcher Schönheit wie das unsere vorgekommen, und siehatte bereits, wie ich später erfuhr, einige Franken zurückgelegt, umdas ganze Stück anzukaufen und, zu feingestickteu Taschentüchernverarbeitet, ihrer Wohlthäterin, der Dauphine, als Geschenk zuüberreichen. Madame de la Roebeaimard war mit diesem Plane,der einer Dame ihres Hauses vollkommen würdig war, höchlich zu-frieden, und Beide begannen bald darauf bei ihren Besuchen ganz offendavon zu sprechen. Mit fünfzehn bis zwanzig Napoleons hoffteman die Sache in'S Werk zu setzen, und der Ueberrest der Aussteuerkonnte immer noch eine solche Summe abwerfen.
Wahrscheinlich würde das Ganze auch zur Ausführung gediehen