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dereS Vergnügen daraus machte, den Damen Alles zu zeigen, wasseiner Meinung zufolge für sie von Interesse seyn konnte. Es warderselbe, der immer so fleißig den Moniteur las und Allem, wasdieser sagte, einen geheiligten Glauben schenkte. Er hielt dafür,keine Hand sey so würdig, Gewebe von solch vollendeter Feinheit zuberühren, als die von Mademoiselle Adrienne, und seiner Beharr-lichkeit habe ich die Ehre zu danken, daß ich zuerst den sanften Druckihrer schönen zarten Finger fühlen durfte.
Dies begab sich etwa vier Wochen vor unserem Abgänge nachParis; Adrienne zählte damals gerade zwanzig Jahre. Ihre Schön-heit war von einer Art, wie man sie nur selten in Frankreich findet,die aber auch, wenn sie vorhanden ist, jede andere hinter sichzurückläßt. Sie war schlank und zart gebaut, hatte schöne Haare,eine tadellose Gesichtsfarbe, vor Allem aber ein Paar sanfte Tauben-angen von so wunderbarem Blau, wie ich sie noch nie in einemweiblichen Antlitze getroffen habe: dabei ließ ihr seines, gewinnendesLächeln die ganze Innigkeit weiblicher Gefühle ahnen, welche nochunentwickelt in ihrer Seele schlummerten.
Mit all diesen seltenen Eigenschaften hatte Adrienne gleichwohlwenig Aussicht, sich jemals zu vermählen, denn ihre Geburt machtejeden Gedanken an eine bloße Geldparlhie unmöglich und ihre Ar-muth stellte eine fast unübersteigliche Schranke zwischen sic und dieMehrzahl der verarmten adeligen Jünglinge, welche sie gelegentlichzu sehen bekam. Selbst der Einfluß der Dauphine war nicht hin-reichend, für Adrienne de la Nocheaimard einen paffenden Gemahlaufzufinden. UebrigenS waren dies lauter Gedanken, welche demreizenden Kinde niemals in den Sinn kamen; sie lebte mehr fürihre Großmutter, als für sich selbst, und so lange diese ehrwürdigeVerwandte, die einzige, welche sie auf Erden besaß, von Sorgenund Schmerzen frei blieb, war auch ihr eigenes Leben vergleichungs-weise glücklich zu nennen.
„Ach die gute, alte Zeit!" sagte die Vicomteffe zu Georges,