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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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und Ehrfurcht vor grauen Haaren sind Dinge, welche in Frankreichdas Familiengesetz eben sowohl wie die Sitte sanktionirt hat. Nament-lich trägt derFamilienrath," diese schöne und weise SchöpfungdeS Nationalcoder, wesentlich zur Befestigung jener patriotischenHauSverfafsung bei, welche dem ganzen socialen Gebäude als Grund-lage dient.

Für unsere treffliche Adrienne war dieser Familienrath leidernur gar zu leicht zu versammeln und erfreute sich jederzeit der voll-kommensten Siimmeneinheit: Krieg, Verbannung und Guillotinehatten ihn auf zwei Mitglieder reducirt, wovon das eine wenigstensin der Theorie ein sehr despotisches Hausregiment führte, das sichzu Zeiten wohl auch in der Praxis ein Bischen fühlbar machte.Doch genoß Adrienne im Ganzen einer ziemlich glücklichen Kinderzeit;sie lernte fast Alles, was einem Mädchen ihres Standes zu wissennöthig war, indem der gute Ortsgeistliche, ein Mann, der ihren Groß-vater noch gekannt hatte, Sorge trug, Verstand und Herz zu bildenund zu nähren, ohne jedoch seine Schülerin mit überflüssigen Kenntnissenvollzupfropsen. Ihr Benehmen war einfach, edel, voll ruhiger,natürlicher Würde, ein Erbtheil jenes vollendet guten Tons, wie ervor der Revolution in den höheren Kreisen zu Paris einheimischgewesen war. Freilich lachte sie sehr selten, wogegen aber auch,wenn sie einmal lächelte, ein ganzer Himmel von Liebreiz und Wohl-wollen in ihren Zügen lag.

Der Bleichgrund unserer Fabrik lag in dem ehemaligen ParkdeS Schlosses. Diesen pflegte Frau von Rocheaimard an jedem schönenJunimorgen zu besuchen, um die herrlichen Rosen und den lieblichenpersischen Flieder ,zu betrachten, der sich aus den Zeiten des früherenüppigeren Flors noch erhalten hatte. Bei einem Vieser Besuche be-kam ich Adrienne zum ersten Male zu sehen unser kleiner Fa-milienkreis hatte durch die Feinheit seines Ansehens die Aufmerk-samkeit des Fräuleins angezogen. Neberdies war einer der Bleich-knechte ein alter Diener der gräflichen Familie, der sich ein beson-