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Schilderungen sehr wesentlich verschieden, welche ich seitdem vonder Liebe öfters Hobe entwerfen hören. Vor Allem soll übrigensder Leser erfahren, wie ich in diesen Zustand gerathen war.
Die Fabrik, woraus unsere Familie abstammte, früher unterdem Namen des Schlosses „Nocheaimard" bekannt, hatte vor derRevolution dem Vicomte gleiches Namens angehört. Nachdem derThron, seines Königs gefallen war, begab sich der Vicomte mitseiner Gemahlin in das Lager der Emigrirten nach Coblenz, vonwo er mit seinem einzigen Sohne Adrian, dem Chevalier vonNocheaimard, wie er gewöhnlich genannt wurde, an dem unglück-lichen Einfalle der Alliirten in die Champagne als FeldmarschallTheil nahm. Der Vater fiel auf dem Schlachtfelde, der Sohnaber entging diesem Loose, um seine Jugend in der Verbannungzu vertrauern und vermählte sich einige Jahre später mit einerCousine, deren Vermögen zu demselben Zustande von Ebbe wiesein eigenes herabgesnnken war.
Eine Tochter, im Jahre i810 geboren und nach dem VaterAdrienne genannt, war die einzige Frucht dieser Verbindung. BeideAeltern starben noch vor der Restauration und hinterließen daskleine Mädchen der Psiege der frommen Vicomtesse, ihrer hoch-betagten Großmutter, welche allein ihre Familie überlebt hatte,um mit so vielen ihrer Standesgenossen den erloschenen Glanzihres Hauses zu beklagen und sich mit Seufzen nach der „gutenalten Zeit" zurückzusehnen. Als endlich die Restauration herbeikam,begegneten die armen NocheaimardS in Darlegung ihrer Rechte aufeinen Antheil an der Entschädigungssumme den mannigfaltigste«Hindernissen, deren Entstehung mir zwar niemals erklärt wurde, diewahrscheinlich aber dem Umstande zugeschricben werden mußten, daßaußer einer fünfundsechzigjährigen Frau und einem vierjährigenKinde nicht ein Mensch vorhanden war, der sich für die Sacheder Armen interessirt hätte. Wie häufig können wir in diesergerechten Welt die Erfahrung machen, daß Appellanten solcherArt, die weder durch Reichthum, noch durch Macht oder Ansehen