Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

daß sie keinerlei untergeordnete Qualität in ihrem Laden dulde, sodurften wir keinen Anstand nehmen, das köstliche Aroma einzusaugen,das uns an diesem Orte entgcgenduftcte.

Mademoiselle Desiree, unsere Begleiterin, konnte es natürlichnicht über's Herz bringen, sich von ihrer Freundin, Madame Savon,zu verabschieden, ohne diese einen Blick auf den Schatz, den sie beisich trug, werfen zu lassen. Unter unzähligen viour! viols!und ckames! wurden also die Taschentücher entfaltet, und man er-mangelte nicht, ihre Feine und Schönheit auf eine Weise, die fürunser Selbstgefühl nicht wohl schmeichelhafter seyn konnte, bis in dieWolken zu erheben. Madame Savon war der Ansicht, daß sogarihre Wohlgerüche in solcher Gesellschaft noch würziger duften müßtenund bestand darauf, einen Tropfennur einen einzigen Tropfen" ihres eau äs voloxne auf das zarte Gewebe fallen zu lassen.Ich war das glückliche Tuch, das auf solche Weise begünstigt wurdeund lange nachher schwelgte ich noch in dem köstlichen Dufte, dereben stark genug war, um die Luft mehr mit der Ahnung als derwirklichen Nähe Alles dessen zu erfüllen, was die Damentoilette sosüß und wahrhaft weiblich macht.

Drittes Kapitel.

Obgleich die Gunst des Zufalls mir nunmehr zu einem derzartesten Erkennungszeichen der feinen Welt verholfen hatte, sofühlte ich mich doch inmitten der allgemeinen Fröhlichkeit, welchejetzt in unserm Kreise herrschte, nicht vollkommen glücklich. DieWahrheit zu gestehen, ich hatte mein Herz in der Picardie gelassen.Damit will ich jedoch nicht sagen, daß ichverliebt" war, dennabgesehen von der sehr zweifelhaften Frage, ob für das Vorkommendieses Zustandes unter uns Taschentüchern auch nur ein Beispielangeführt werden kann so waren auch meine Gefühle von den