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Neunzehntes Kapitel.
Ungefähr drei Monate nach Chapman'S Tod war ich wiedersoweit hcrgestellt, daß ich das Hospital verlassen durfte: gehenkonnte ich aber bloS mit Hülfe von Krücken und hatte auch keineHoffnung vor mir, jemals wieder ganz gesund zu werden. Ichfühlte natürlich eine heiße Sehnsucht, die Heimath wieder zu er-reichen , denn all' mein Menschenhaß, mein Groll und meineEntschlüsse, das Vaterland nicht mehr zu sehen, waren verschwunden,seit in meinem Innern eine so wesentliche Acnderung vor sich ge-gangen war.
Meine Gesundheit war im Ganzen gut: Mäßigkeit, Enthalt-samkeit und eine glückliche Gemüthsstimmung hatten sich als trefflicheAerzte an mir bewährt und wenn ich mich gleich von den Folgenmeines Falles nicht ganz erholt hatte und auch nie völlig erholenwerde, so war ich doch der gräßlichen „Schauer" los geworden,deren letzter Anfall mich in eben dem Augenblicke traf, wo ichmich von meinem sündhaften Zustande vollständig überzeugt hatte.Ich wußte nichts von Mäßigkeitsvereinen — hatte nie von solchenDingen gehört oder wenn auch — es wenigstens sogleich wiedervergessen, und dennoch war ich, ohne eS selbst zu wissen, ein Mitgliedder wirksamsten und dauerhaftesten aller jener Gesellschaften gewor-den. Seit meinem Falle habe ich mit Ausnahme von Medizin,die ich nur in sehr kleinen Quantitäten zu mir nahm, keinen Tropfengeistigen Getränkes genossen und fühle jetzt auch nicht das ge-ringste Verlangen darnach: der große Fluch meines Lebens wardurch Gottes Barmherzigkeit von mir genommen, und ich habe dieletzten fünf Jahre in musterhafter Nüchternheit verlebt. Ich be-trachte den Trunk als eines der Hauptwerkzeuge, welches die Höllezum Verderbniß der Seelen anwendet, und kehre mich fast mit dem-