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Chapman, der Amerikaner aber blieb noch zurück, da ihn die Krankheitdes Landes ausnehmend geschwächt hatte. Mit diesem armen jungenManne betete und las ich jeden Tag, so gut ich'S selber verstand, nichtohne ihm, wie ich glaube, viel Trost und Erleichterung zu gewähren.
Der Leser kann sich denken, wie ein Sterbender in einem frem-den Lande unter lauter Götzendienern sich an den einzigen Lands-mann anschmiegen mochte, welcher bereit war, ihm Beistand zuleisten: gerade so stützte sich Chapman auf mich, während alle meineBemühungen darauf hinzielten, ihm Glauben und Vertrauen zuseinem Erlöser einzuflößen. Er hielt sich für einen zu großenSünder, um noch zu irgend einer Hoffnung berechtigt zu sehn undmeine Hauptaufgabe ging somit dahin, einige jener scharfen GewiffenS-jtacheln bei ihm zu überwältigen, deren Mahnung durch GottesGnade in mir selbst zum Schweigen gelangt war.
Eines Tags — es war in der letzten Zeit, da ich mit ihmzusammen war — hatte ich ihm die Geschichte von dem Miffethäteram Kreuz vorgelesen; er horchte emsig zu und nachdem ich geendethatte, ließ er zum Erstenmal einige Zeichen der Freude und Hoff-nung an sich gewahren. Als ich ihn verließ, nahm er AbschiedVon mir, indem er sagte, wir würden uns nicht Wiedersehen, undmich bat, ihn in mein Gebet einzuschließen, was ich ihm auch versprach.
Ich ging dann auf meine eigene Zelle und war noch ebendamit beschäftigt, mein ihm gegebenes Versprechen zu lösen, alsmir schon die Nachricht seines Todes überbracht wurde. Er ließ mirsagen, er sey als ein glücklicher Mensch gestorben: der arme Bursche— „der glückliche" wäre jedoch der passendere Ausdruck — schicktealle Bücher zurück, welche er von mir entlehnt hatte und es wirdwohl dazu beitragen, einen Begriff von der Lage zu geben, inwelcher wir uns in Betreff der äußeren Umstände befanden, wennich noch beifüge, daß er mir auch einige Kupferstücke zustellenließ, welche zur Erleichterung seiner Landsleute dienen sollten.