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Meinem Verschlage gegenüber befand sich das LeichenhanS,wohin in der Regel die Körper aller im Spital Gestorbenen zurSektion geschafft wurden, und nur selten entging einer dem Loose,dem anatomischen Messer anheimzufallen. Dieses LeichenhanS waretwa achtzig bis hundert Schritte vom Hospitale entfernt; zwi-schen beiden befand sich ein Hof, welcher mit einigen großen Bäu-men bewachsen war.
Unter einen von diesen Bäumen pflegte ich meistens hinzu-humpeln, sobald ich so weit bei Kräften war, daß ich ausgehenkonnte; dort saß ich dann Stunden lang, mit Lesen und Nachdenkenbeschäftigt. Der Ort war ganz dazu geschaffen, einen Menschen überdie Nichtigkeit der irdischen Dinge nachsinnen zu lassen, denn ringsumwar man von Tod und Krankheit umgeben und oft sah ich sechs bisacht Leichen über den Hof tragen, während ich auf meinem Plätzchensaß, trotzdem, daß viele bei Nacht in das LeichenhanS geschafftwurden. Hunderte, ja wohl gar Tausende befanden sich im Spital,von denen ein großer Thril mit Tode abging.
Am Morgen des zweiten Tags, nachdem ich von dem jungenSchotten Abschied genommen hatte, saß ich wie gewöhnlich untereinem Baume, als ich einige KoolieS einen Leichnam über den Hoftragen sah; sie kamen ganz nahe an mir vorüber, und einer derKoolies gab mir zu verstehen, daß es eben jener oben erwähnteJüngling sep, den sie hier vorbeitrngen! Kurze Zeit nachdem ermich verlassen hatte, war er vom Fieber ergriffen worden und alleseine Plane künftigen Genusses, seine Lebenshoffnungcn und seineVorsätze späterer Neue — Alles hatte sein Ziel erreicht!
Solche Dinge sind ans jener Insel keineswegs selten, aber aufmich machte der Vorfall einen unauslöschlich tiefen Eindruck; erhalf mich in meinem eigenen Entschlüsse befestigen und ich benützteihn — wie ich hoffen darf, mit Erfolg — bei meinen Gefährten,deren Leben bis jetzt noch immer verschont geblieben war.
Die Engländer genasen sämmtlich und wurden sofort entlassen;