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die Bibel nebst der Pilgerfahrt wurde auf diese Art Woche umWoche beständig unter uns gewechselt.
Diese ganze Zeit verlebten wir so zu sagen auf einem blutigenSchlachtfelde; in ganzen Schaaren starben die Menschen um unsher und meistens schon in den ersten Stunden ihrer Krankheit. InBatavia ist gerade diese Jahreszeit im höchsten Grade ungesundund war auch die Gefahr keineswegs so groß, als sie bei mei-nem ersten Besuche gewesen war, so glich die Stadt doch immernoch einem Golgatha — einer Schädelstätte. lieber die Häiftederer, welche in das Fieberspitdl gebracht wurden, durften es nurals Leichen wieder verlassen.
Unter meinen englischen Freunden, wie ich sie nenne, befandsich ein auch junger Schotte von etlichen fünfundzwanzig Jahren; erhatte unseren meisten Vorlesungen und Unterredungen angewohnt,ohne übrigens, wie mir schien, die Nothwendigkeit zu fühle», sichgleich seinen Kameraden um sein Seelenheil zu bekümmern. .EinesTages besuchte er mich, um Abschied von mir zu nehmen — ersollte nämlich das Hospital am andern Morgen verlassen.
Ich sprach mit ihm über sein zukünftiges Leben und suchteeinige dauernde Empfindungen für so ernste Dinge in ihm zuerwecken. Er hörte mir mit geziemender Achtung zu, aber seineAntworten waren leider höchst leichtfertig, obgleich er um kein Haaranders dachte, als neun Zehutheile der Menschen, wenn sie über-haupt über derlei Gegenstände nachsinnen, zu räsonniren Pflegen.
„Wozu soll ich so frühzeitig entsagen?" so lautete seine Ant-wort; „ich bin jung, kräftig, bei guter Gesundheit und habe nachleewärts noch Seeraum in Fülle, um später, wenn's einmal Gele-genheit gibt, das Alles zur Genüge einzuholen. Wer nicht lebt,so lange er kann, wird niemals zum Leben kommen."
Ich laS ihm zwar das Gleichniß von den klugen und thörichtenJungfrauen; er schien aber gleichwohl, als er mich verließ, nochhartnäckig auf seiner Gesinnung zu beharren.