das kostbare Buch zu lesen, das ich von meinem Schiffskameradenund Landsmanns erhalten hatte.
Dieses Buch war ein Exemplar aus der Druckerei der ameri-kanischen Bibelgesellschaft und wenn auch keines ihrer Werke etwasGutes gestiftet hätte, so müßte doch das fragliche als eine Ausnahmebetrachtet werden, wie es denn auch seitdem zum Andenken der gro-ßen Umwandlung, welche es in mir bewirkte, auf der Bibliothekderselben Gesellschaft aufgestellt worden ist.
Meine einzige Beschäftigung war Lesen und Nachdenken. Aufeiner fernen Insel lag ich hier, von Krankheit umringt, währendder Tod täglich, ja stündlich unter meiner Umgebung einkehrte,welche großtentheils aus Leuten bestand, deren Sprache mir nichteinmal bekannt war. Es dauerte mehrere Wochen, bis ich nurmein Lager verlassen durfte: schon che ich das Schiff verließ, hatteich zu lesen angefangen und setzte diese Uebung fast stündlich fort,bis ich die Erlaubniß zum Ausstehen erhielt.
Ein bekehrter Lascare befand sich gleichfalls im Spital undals dieser meine Beschäftigung sah, kam er zu mir, um sich in sei-nem gebrochenen Englisch mit mir zu unterhalten. Er gab mir einGesangbuch, und eines der ersten Lieder, die ich las, gewährte mireinen wunderbaren Trost, denn es war von einem Manne verfaßt,der eben so wie ich Matrose und dazu fast eben so gottlos wie ichgewesen war, seither aber durch Lehre und Beispiel unendlich vielGutes gestiftet hat.
Dieses Gesangbuch las ich nun neben meiner Bibel; aber wiesoll ich das Entzücken ausdrücken, welches ich empfand, als mirder nämliche Lascare ein Exemplar der „Pilgerfahrt" ^ einhändigtc,ein Buch, das in meinen Augen höchstens der Bibel nachsteht undmich erst recht in den Stand setzte, gar Vieles von dem, was ichim Worte Gottes gefunden hatte, richtig zu verstehen und anzuwenden— ein Buch, das so viele Aussichten auf Hoffnung vor meinen Augen* ,Pitgrim's Progreß, ° von dem bekannten Bunpan. D. It.