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die allgemeine Meinung über mich und mein Benehmen gänzlichumgewandelt. Der Kapitän schien seine strengen Maaßregeln gegenmich zu bereuen und wollte gern Allem aufbieten, um mir meine Lageerträglich zu machen: mein Matrosenlohn wurde bei einem Kaufmanns-hause deponirt und sollte mir ausbezahlt werden, sobalv ich dasSpital oder die Insel verlassen könnte; in ersterem Falle sollte ichnach Holland geschickt werden und überhaupt Alles geschehen, wasGesetz und Recht für meine Lage vorschrieben.
Der Leser darf sich übrigens nicht einbildcn, daß ich michwährend dieser Zeit als einen duldenden Heiligen betrachtet habe —im Gegentheil, als man mich für einen Betrüger erklärte, erin-nerte ich mich, wie ich einst auf dieser nämlichen Insel in der Thateine Krankheit geheuchelt hatte, und als ich das Spital betrat,konnte ich der Umstände nicht vergessen, unter denen ich fünfzehnbis zwanzig Jahre früher zu dessen Bewohnern gehört hatte. Da-mals stand ich in der Blüthe meiner Kraft und Jugend und jetzt —wie zur Strafe für meinen früheren Betrug zum elenden Krüppelgeworden — lag ich unter einem halben Dutzend derselben Betten,auf welchen ich damals ruhte, als ich eine Krankheit vorgegebenhatte, welche nicht wirklich vorhanden war. Unter solchen Umstän-den ist unser Gewissen ein sicherer Mahner, einen Sünder an jedeseiner Miffethatcn zu erinnern.
Der Hospitalarzt setzte mich ans sehr schmale Diät; er gabmir eine Salbe, um mich damit „einzuschmieren", wie er's nannte,und befahl mir, das Bett nicht zu verlassen. Durch einen vonden CoolieS^ des Spitals verschaffte ich mir eine Brille ausder Stadt — von einer Form und Größe, daß die Leute in Ame-rika ihre U'eberreste noch heutigen TagS als eine Kuriosität anstaunen.Sie erfüllte aber jedenfalls ihren Zweck und setzte mich in den Stand,
' Coolies — ei» hindnischeS Bergvolk in Bengalen, das in neuerer Zeitthcilweise zur Ansicdlung nach der Insel Mauritius versetzt worden ist.
D. U.