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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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Sturz durch nichts gehemmt und ich fiel mit meiner ganzen Schwereaufs Verdeck, so daß meine Hüfte die volle Gewalt des Stoßesauszuhalten hatte. Der Schmerz, den ich empfand, war sehr heftigund es dauerte längere Zeit, bis meine Kameraden mich nur an-rühren durften.

Nach einiger Zeit wurde ich in das Volkslogis * getragen/ woman für nöthig fand, mich statt in die Hängematte auf einRüstenwrack zu binden. Wir hatten einen Arzt an Bord, der abernichts für mich thun konnte; meine Kleider durste man mir nichtabnehmen und so lag ich da, Stunde um Stunde, durchnäßt undunter Schmerzen, welche fich nur schwer beschreiben ließen.

Ich befand mich jetzt in der That auf einem wahren Bett derReue: körperlich völlig hülslos, schien mein Geist ungleich thätigerzu sehn, als er je zuvor gewesen war. Mein ganzes Leben seitder Stunde, da ich mich als Knabe zum ersten Male betrunkenhatte, zog in fortlaufenden Bildern an mir vorüber; jede Gefahr,deren ich in dieser meiner Lebensskizze erwähnte und viele andere,von denen ich nicht gesprochen habe, tauchten mit einer Treue,einer Wahrheit vor mir auf, welche mir deutlich bewiesen, daßman ein Tagebuch nicht so genau zu führen vermag, als unserGewissen die Thaten dieses Lebens aufzeichnet. Ich erkannte nun-mehr, daß ich selbst mein schlimmster Feind gewesen war und wieviele treffliche Gelegenheiten, in der Welt vorwärts zu kommen,ich leichtfinnig und muthwillig an mir vorbei gelassen hatte. DasLaster des Trunks, das mich in schlechte Gesellschaft gelockt, meineGesundheit und Körperkraft untergraben und meine Hoffnungenvernichtet hatte, war allein die Wurzel aller Unglücksfälle undVerirrungen meines Lebens. Ich versuchte zu beten, wußte abernicht wie, und es kam mir vor, als ob ich ohne Ausficht aufGnade körperlich und geistig für immer verloren wäre.

» Auf Kauffahrteischiffen der Vorplatz vor der Kajüte, wo die Matrosen

wohnen. D. U.