311
Mir war zu Muth wie einem Seefahrer, der in der höchsten Ge-fahr plötzlich einen Lenchtthurm erblickt, und sogleich kam mir derGedanke, in jener Gegend müßten sich Freunde von mir befinden;ich fühlte wieder Muth und Kraft bei diesem Anblick und schwurmir zu, meinen alten Schiffskameraden nimmermehr die Schandezu bereiten, daß eine Blaujacke sich in einem Ansalle der „Schauer"an einem Garteupfosten aufgehängt habe.
Ich riß die Boline aus, knüpfte das Tuch wieder um denHals und steuerte so rasch ich konnte auf jene gesegneten Masten-spitzen zu, welche diesmal durch Gottes Gnade das Mittel wurden,mich an dem Verbrechen des Selbstmordes zu hindern.
Wie ich mich dem Thore des Arsenals näherte, hörte ?ch dendort aufgestellten Marineposten mir zurufen:
„Hollah, Myers, wo kommst denn du her? Du siehst ja aus,als ob du durch den D — geschleift und mit einem Kohlensackedurchgeprügelt worden wärest!"
Dieser Mann, der erste, den ich im Marinearsenal antraf, hattedrei Jahre mit mir auf dem Delaware gedient und erkannte michtrotz meines elenden Aussehens wieder. Er rieth mir, mich au BorddeS„Fulton" zu begeben, welcher eben damals auf der Werste lag;dort könnte ich noch einige andere Kameraden vom Delaware an-treffen, welche mit dem besten Willen für mich sorgen würden.
Ich folgte seiner Weisung und als ich an Bord kam, traf ich in derThat eine Menge alter Bekannter; die einen brachten mir alsbald Thee,die andern Grog zur Stärkung herbei und ich begann ihnen offenmein Elend zu klagen. Die guten Bursche entwarfen augenblicklichden Plan, in derselben Nacht noch Urlaub zu nehmen, um dasHaus, wo man mir die Thüre gewiesen hatte, von Grund aus zurasiren; ich suchte ihnen aber diesen Gedanken auszureden, und esgelang mir, jenen schlimmen Gastwirth vom Verderben zu retten.
Nach einer Weile wies man mich in ein Gasthaus in der Nähedes Arsenals, wo ich dem Wirthe ankündigen sollte, daß meine