278
glücklich durchzukmnmen, indem wir ihnen die Wahrheit verhehlten.Wir hatten dreißig Ballen an Bord, brachten aber nur eine zumVorschein, welche denPiratcn so wenig behagte, daß sie uns aber-mals mit dem Befehle verließen, nicht eher abzusegeln, als bis wirdurch ein Signal die Erlaubniß dazu erhalten hätten.
Der Schooner holte dann in den Wind, segelte eine Streckeweit gerade aus, schien aber immer noch nicht geneigt uns freizu geben, denn er kehrte zum Drittenmale zurück und begabsich auf unsere Luvseite. Man fragte uns nun nach unserer Längeund ob wir einen Chronometer besäßen; erstere gaben wir ihnenan. von letzterem aber war nichts an unserem Borde zu finden.Sie wiederholten nun die Weisung, daß wir nicht ohne ein vorherigesSignal von dannen segeln sollten; worauf uns der Schooner verließ unddavon steuerte, bis er uns ganz aus den Augen kam. Wir war-teten, bis seine Marssegel unseren Blicken entschwunden waren, umsodann unseren Kurs weiter fortzusetzen.
Keiner von uns war im Geringsten darüber in Zweifel, daßdiese Leute Seeräuber waren; diejenigen, die zu uns an Bord ge-kommen waren, glichen einer aus allen Ecken und Ende» zusammen-gewürfelten Bande von höchst verdächtigen Spitzbubengesichtern; siesprachen zwar Spanisch, wir konnten sie aber gleichwohl nur fürein vielfach gemischtes Gesindel halten. Unsere Rettung verdanktenwir wahrscheinlich bloS unserer ärmlichen Außenseite, welche nichtsweniger als reiche Beute zu versprechen schien, denn unser Schieß-pulver war nebst den trockenen Gütern in Fässern unter den Ballastgestaut und die Schiffspapiere mochten wohl auch nicht sonderlichgenau sehn.
Als wir indessen zu Para anlangten, durfte gleichwohl dergrößere Theil unserer Fracht nur insgeheim an'S Land geschafftwerden, was mittelst kleiner Lichterschiffe ausgeführt wurde. Auchhatten wir einen Passagier an Bord gehabt, der für einen Revo-lutionsmann galt und gleichfalls im Dunkeln gelandet werde» mußte;