276
AyreS einzutreten, um zu sehen, wie der Dienst alldort beschaffensey. Ich wußte, daß halb die amerikanische und halb die englischeSitte daselbst vorherrschte; mein eigenes Loos war mir ziemlichgleichgültig geworden und wenn ich mich anch scheute, ein großesUnrecht zu begehen,'so war ich doch auch unfähig, dem Rechte mitallen meinen Kräften zu dienen.
Mein Schicksal führte mich an Bord des Suradaha, einesSchooners von acht bis zehn Kanonen: doch ließ ich mich »ochnicht fest anwerben, sondern wußte cs so einzurichtcn, daß es mirselbst überlasse» blieb, mich nach Ablauf einer gewissen Zeit zumBleiben oder Gehen zu entscheiden.
Der Schooner schien zwar ein ziemlich gutes Fahrzeug, alleinder Dienst an seinem Bord war mir schon nach Versiuß einerWoche völlig entleidet, so daß ich ihn alsbald wieder verließ. Ichhatte sehr wohl daran gcthan, denn wenige Tage später kam aufdemselben eine Revolution zum Ausbruch, wofür er den Fluß hinaus-geführt und wie es hieß zur Strafe versenkt wurde — mit ihmwaren alle meine Lorbeeren, welche ich mir in dem dortigen Dienstehätte erwerben können, zu Grabe gegangen.
Die „Susann« und Maria" fand keinen Käufer, sondern nahmeine Ladung Felle nach New-Vork an Bord und nachdem ich wiederauf dieselbe zurückgekchrt war, segelten wir bei guter Zeit nach derHeimat Hab. Die Reise war zwar vom Wetter begünstigt, dauerteaber dennoch sehr lange, so daß wir genöthigt waren in Pointe ü Pitreauf der Insel Guadeloupe einzulaufen, um daselbst frischen Provianteinzunehmen, worauf wir endlich New-Dork ohne weiteren Unfallerreichten.
Ich hielt nun für gut, de» Namen meines Fahrzeugs um-zndrehen und ans einer halbaufgetakeltcn Brigg, mit Namen „Mariaund Susanna" Dienste zu nehmen. Ich gewann aber wenig beidiesem Tausch, denn dieses Schiff war das elendeste, unscheinbarsteFahrzeug, das. ich in meinem ganzen Leben zu Gesicht bekommen