war gleichfalls in den Wind gegangen. Zum guten Glück Hallenwir kurz nach dem Umdrehen des Windes ein Meerschwein gefangen,ein Thier, das wir nun bald gekocht, weit öfter aber bloS roh ver-zehrten und unser Leben fast ausschließlich auf diese Art übereine Woche lang fristeten.
Endlich bekamen wir anderen Wind, der uns das Einlaufenin den Hafen erlaubte.
Kaum war ich dieser Noth entronnen, als mich mein hitzigesTemperament in eine andere Klemme führte. Während wir nämlichnoch im Strome lagen, kam ein irischer Bootsmann, welcher michden „Vankeesohn einer — —" nannte, wofür ich ihn schüttelte,wie er'S verdiente. Der Bursche ließ mich gerichtlich verfolgenund es gelang ihm, mich abzufangen, noch ehe ich das Schiff ver-lassen hatte, worauf ich zum ersten nnd einzigen Mal in meinemLeben eingesperrt wurde.
So hatte ich denn eine neue und höchst empörende Schule derErfahrung durchzumachen; denn ich wurde gleich Anfangs untereine Bande von Schurken gesteckt, wie sie nur New-Vvrk in dieserkostbaren Auswahl aufzuweisen hat. Ihre Unterhaltung namentlichwar sehr erbaulich: der Eine erzählte, wie er mit Rasirmefferklingen,die er an seine Schuhe festband, die Schläuche an den Feuerspritzen ab-geschnitten, der Andere, wie viele Brieftaschen er mit seinem Kameradenbei diesem und jenem Brande entwendet habe, ein Dritter hielt Vor-lesung über die beste Art, in Waarengewölben einzubrechen unddie gestohlenen Güter hernach wieder an den Mann zu bringen.Die kaltblütige, schamlose und unverstellte Weise, mit welcher sichdiese Bursche über ihre Schandthaten unterhielten, machte michanfangs ganz verblüfft; sie mußten wohl glauben, ich sitze wegeneines ähnlichen Verbrechens im Gefängniß, sonst würden sie sichwohl vor einem Fremden nicht so frcimüthig ausgesprochen haben,denn sie schienen einen Mann ganz nach der Größe und Anzahlseiner Frevelthaten zu tariren.