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In meiner neuen Wohnung herrschte zwar ein ziemlich aristo-kratischer Anstrich, da bloS Steuermänner, Unterbeamte und ächteTheerjacken daselbst Zutritt fanden; in sittlicher Hinsicht hieß diesaber gerade ln „Orkan-Breiten" segeln, denn ich kehrte zu allenmeinen früheren Gewohnheiten zurück, warf rechts und links mitThalern um mich und vergaß sogar Alles das, was ich in der Kircheder Universalisten gelernt hatte.
Ein Monat in solcher Gesellschaft war wohl geeignet, in meinerBörse gänzlich aufzuräumen: bis auf fünfzehn Thaler, die ich alsNesteier zurücklegte, hatte ich bald jeden Heller von meinem Geldeaufgebraucht und ließ mich sodann auf der „Rebekka Sims", einemnach St. Jago de Cuba mit einer Mehlfracht bestimmten Schiffeals Untersteucrmann anstelle»!.
Unsere Reise dauerte vier Monate und hatte außer einer kleinenAffaire, die mich nur persönlich betraf — und mich beinahe meineganze Löhnung kostete, — nichts sonderlich Bemerkenswertstes. DerProviantmeifler war nämlich abermals ein schäbiger Neger, der mireines Tags bei sehr schlechtem Wetter gar nichts Warmes zumFrühstück gab, wofür ich die nächste Gelegenheit benutzte und ihmals Ermahnung für künftige Fälle das Ende der großen Geitauezu kosten gab. Damit hatte die Sache ein Ende, so lange ich aufdein Schiffe war, denn außer dem Proviantmeister schien die Sachevon Allen am Borde gebilligt zu werden; der aber behielt das Dingwohl im Gcdächtniß, und kaum waren wir eingelaufen, als er mirein ganzes Rudel Rechtsverdreher über den Hals schickte und mireinen Prozeß anhängte, der mich siebzig Thaler Schadenersatz undnebenbei noch eine hübsche Summe für Gerichtssporteln kostete.
Ich muß gestehen: dein Gesetz und Thatbestande gemäß ge-schah mir allerdings vollkommen Recht; eben so fest bin ich aberauch überzeugt, daß es für den genannten Proviantmeister äußerstheilsam gewesen wäre, wenn man ihn jede Woche einmal, meinemVorgänge folgend, tüchtig durchgewalkt hätte, denn wohlmeinende