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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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schwimmen zu müssen, um nur die Küste zu erreichen! Von Bootenund Spieren war keine Rede, denn erstcres war unbrauchbar undvon letzteren gar nichts vorhanden.

Ich kann jetzt nicht anders als mit Verwunderung auf meinedamalige Handlungsweise zurückblicken, welche mich in dem blindenDrange, meine elenden Thaler zu retten, meiner ganzen Erfahrungund Schiffskeuntniß vergessen ließ. Damals zum ersten und einzigenMal in meinem Leben war ich ein Geizhals, der über seinemSchatze Alles um sich her aus den Augen verlor.

Als Steuermann wäre mir eigentlich obgelegen, die Pumpenzu sondiren, doch hielt ich dies nicht länger für nöthig. Sobalddie Thaler gesichert oder vielmehr so aufbewahrt waren, daß siemich unfehlbar auf dem Grunde des Meeres vor Anker bringenmußten, gedachte ich plötzlich meines Kapitäns, welcher, oben schliefund dem ich alsbald, nachdem ich ihn geweckt hatte, unsere ganzeLage unverhüllt vor Augen stellte.

Der alle Mann, ein trockener, bedächtiger, kaltblütiger Ameri-kaner, lachte mir wegen meiner Besorgnisse in's Gesicht und sagte:ich hätte eines der Schirmbrctter gesehen, mit denen er den Kiel seinerSchooners zum Schutze gegen die Würmer zu Campeachy habeverkleiden lassen, so daß ich also wegen dcS Schiffsbodens durchausnicht in Angst zu sepn brauche.

Dies war die einfache Wahrheit und mit dem beschämendenBewußtseyn, meine Pflicht diesmal gänzlich versäumt zu haben,mußte ich die verdammten Thaler wieder von mir werfen.

Vermuthlich haben alle Menschen solche Augenblicke, wo sienicht ganzbei sich selber" sind und gegen ihre sonstige Hand-lungsweise auftreten. Ich hatte mich bei dieser Veranlassung nichtum meinetwillen geängstigt, sondern einzig und allein daran gedacht,daß ich auf diese Weise handeln müsse, um jenen unnützen Plun-der zu retten, der so manchen Menschen in'S Verderben lockt