Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
234
Einzelbild herunterladen
 

234

rein unmöglich, auch wenn diese was bei den unsrigen nichtder Fall war angeschlagen gewesen wären; so mußte ich dasDing seinen eigenen Weg gehen lassen.

Dies Alles geschah bei Nacht während einer so dichten Fin-sicrniß, daß man in all' dem Wellengischt und Sturm und bei derspäten Stunde nicht auf Schiffslänge vor sich hinzusehen vermochte.Ich wußte Wohl, daß eS mit uns dem Oceane znging und denHauptgegenstand meiner Besorgniß bildete jetzt die Barre oder Mün-dung des Flusses; den dort befindlichen Kanal herauszufindendaran war nämlich nicht zu denken, da ich erstens einmal seineStelle nicht kannte und ihn auch wenn ich ein patentirter Lvotsegewesen wäre in der Finsterniß doch nicht gefunden haben würde.In meinem ganzen Leben, weder zu Wasser noch zu Land war ichjemals so vollkommen rathlos gewesen, als während der beiden angst-vollen Stunden, da der Schooner, die Breitseite der Strömungzugekehrt, auf dem Flusse dahintrieb, ohne daß ich wußte, wohinoder wie überhaupt das Ganze enden würde. Die beiden Schwarzenhatten vor lauter Angst den Verstand verloren und waren außerStand, mir Beistand zu leisten.

Endlich spürte ich wie der Kiel an der Sandbank anstrcifteund jetzt wußte ich, daß wir uns an der Barre befanden. Imselben Augenblicke waren wir auch von einem wahren Wirbelwindevon Flugwasser umgeben; rings um uns her war nichts zu sehenals der weiße Schaum der empörten Wogen und die Klippen, dieuns entgegenstarrten.

Das erste Anprallen auf dem Sand schleuderte beide Mastenaus ihren Widerlagen und riß die Decks in beträchtlicher Ausdeh-nung auseinander; in der nächsten Minute standen wir auf unfernBalkenenden, und die See brauste in mächtigen Wogen über »ns.Alles, was wir thun konnten, war uns festzuhalten und diesthaten wir denn auch mit großer Mühe und Noth; ich eilte mitden beiden Schwarzen nach dem Luvbord des SchoonerS, wo wir