Ladung hätte führen können. Der Proviantmeister war an'S Landgegangen und da kein Nntcrsteuerinann vorhanden war, so befandich mich ganz allein an Bord.
Unter diesen Umständen vernahm ich plötzlich ein Geräuschund ging auf's Verdeck, um zu erfahren, was es gebe. MeinehmaligeS Schiff, der Franklin, hatte seinen Ankerplatz geändertund dabei seinen Klüverbaum an unfern Hackbord angerannt. Ichrief sogleich zu ihnen hinüber und stieg dann auf den Hackbord,um unfern Nachbar wegzuschiebcn, als ich aus Unachtsamkeit Häupt-lings hinabstürzte, unterwegs noch an dem Schanddeck unseres Boots,das in der Mitte von dem Penterbalken hing, vorbeiflreifte undin'S Wasser fiel.
Die Flulh trieb mich fort und trug mich zwilchen die Wersteund das hinter uns liegende Schiff, welches zufällig der „WilliamThompson»" Kapitän Thompson, Schiffsherr Thompson, SteuermannThompson, kurz Thompson und nichts als Thompson war, wieMathews oft zu sagen pflegte.
Kapitän Thompson war eben am Kajütenfenster mit Lesen be-schäftigt und hörte zufällig mein Stöhnen; er machte plötzlich Lärm,ein Boot wurde auSgcsetzt und ich — eingenommen. Es war stock-finster, ich hatte überdies bei dem Falle alles Bewußtsein verloren,und meine Rettung aus dieser abermaligen Gefahr war darumkaum minder merkwürdig, als die aus den Zähnen des Hapfischesin Wcstindien, oder vor Trant'S Kanonen in jener Nacht, da derScourge zu Grunde ging.
Erst nach einigen Stunden kam ich wieder zum Bewußtseyn,und daran war nicht sowohl der Branntwein, als vielmehr jenerFall schuldig, da ich Alles, was vor diesem Sturze vorfiel, nochganz deutlich im Gedächtniß habe. Gleichwohl muß ich bemerken,daß nichts als das Getränk all' das Unheil angerichtet hatte, dennich hatte gerade soviel zu mir genommen, daß ich sorglos undunachtsam werden mußte.