finken sollte. Nach kurzer Berathung wurde beschlossen, das Schiffzu erleichtern: das Focksegel wurde gebraßt, die Mannschaft stiegin die Takelage, uni sich vor den hereinstürzenden Wogen zu rettenund ich ließ unterdessen das Schiff beidrehen. Dann räumten wirdie Satzborde hinter den beiden Lucken weg und begannen dieTerpentinfässer auf das Verdeck zu rollen.
In meinem ganzen Leben hatte ich mich niemals so kräftiggefühlt und in so kurzer Zeit so viel gearbeitet. Während desärgsten Treibens ging ich einmal unter'S Deck, um ein klein wenigauSzuruhen; hier goß ich mir ein Untersteuermannsschlückchen Brannt-wein in mein GlaS, füllte es, wie ich glaubte, mit Wasser aufund trank es in einem Athemzuge hinunter. Da zeigte sich aber,daß ich nicht Wasser, sondern den stärksten Wachholderbranntweinund zwar in einem Maaße dazu getrunken hatte, welches mich unteranderen Umstände» besinnungslos niedergeworfen haben würde, jetztaber nicht anders auf mich wirkte, als ob ich pures Wasser zumir genommen hätte.
Wir hatten schon die ganze Ladung des Zwischendecks auf'sVerdeck herauf geschafft, wo sie von selbst in die See hinabrollteund waren eben im Begriff, auch den tieferen Kielraum zu diesemZwecke zu öffnen, als der Kapitän uns einzuhallen befahl, da diePumpen allmählig zu wirken anfingen, wie sie denn auch schon«ine halbe Stunde später ganz tüchtig darauf losjaugten.
Dag war in der That eine ganz erfreuliche Botschaft, dennich hatte eben angefangen, mich dem Glauben hinzugeben, daßwir auf unsere Boote vertrieben werden würden.
Unter unserer Ladung befanden sich auch etliche eingepöckelteKalbsfelle. Als die Gefahr den höchsten Grad erreicht hatte, sahich den Koch an einem Faß den Boden auSschlagen und einigedieser Häute in einer Tonne verbergen; ich fragte ihn später, warumer dies gethan habe und erhielt zur Antwort, er müsse von diesen