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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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vernehmen nnd bald darauf sahen wir einen Trupp Menschen nebendem Schisse stehen; wir versteckten uns hinter die Bollwerke undeinen Augenblick später kamen die feinen Herrn einer nach demandern an Bord heraufgestiegen. Unsere Neger waren indessen zuungeduldig und stürzten sich etwas zu früh auf ihre Beute» so daßwir blos dreier von den Schuften habhaft werden konnten, währenddie beiden andern auf den Quai zurücksprangen und entkamen. Je-denfalls war uns der Streich nicht übel gelungen, wenn man be-denkt, daß wir hier ganz an der Stelle unserer Kapitäne handelten.

Unsere drei Bursche waren Engländer, welche ohne Zweifelsämmtlich zur Fregatte gehörten. Wir banden sie so fest wir konn-ten: als sie aber bemerkten, daß sich kein Offizier unter uns be-fand, fingen sie an um Schonung zu bitte»; sie sagten, wenn wirsie aiislieferten, so sey ihr Leben verwirkt und baten uns inständig,ihnen die Freiheit zu schenken. Wir behielten sie ungefähr einehalbe Stunde bei uns, gaben dann aber ihren Bitten nach undließen sie laufen, wofür sie sich sehr dankbar bezeugten, besondersals ich ihnen sagte, was zwischen mir und dem Manne im Gartenverhandelt worden war. Letzterer gehörte zu den beiden Flücht-lingen und hatte ganz das Ansehen eines Menschen, der sich rechtwohl zum Anführer von Seeräubern aufwersen konnte.

Am andern Tag gingen die beiden Kriegsschiffe wieder unterSegel und führten ohne Zweifel die Seeräuber in sxe mit sich.Wir andern Matrosen erzählten unfern Offizieren nie eine Sylbcvon dieser Geschichte, denn ich war nicht recht mit mir selbst zu-frieden, seit ich die Schufte hatte entlaufen lassen. Man weißin solchen Fällen nie recht, was man thun soll: i»a» mag nichtgerade die Schuld auf sich laden, einen seiner Nebenmenschen an denGalgen gebracht zu haben und doch will man einem Spitzbuben auchnicht ohne Weiteres durchhelfen. Zwar verdient ein Seeräuber unterallen Schurken am wenigsten Gnade, und doch kann unser Einer denGedanken nicht ertragen, in einer solchen Geschichte die Nolle des