auf's tiefste bedauert. Außer einigen Kleidungsstücken, die ich ineinem Koffer rettete, hatte ich Alles, was ich auf der Welt meinnannte, mit diesem Schiffe verloren, denn Geld besaß ich wenigoder gar nicht, da Calcutta kein Ort zum Sparen ist und ichin einem Lande, wo es für eine Auszeichnung gilt, ein Christ zuheißen und zu den Weißen zu gehören, die Würde meines Stam-mes offenbar durch einige Verschwendung aufrecht erhalten mußte.
Kapitän Kyd war fest überzeugt, daß die LaScaren sein Schiffin Brand gesteckt hatten; er ließ uns auf der Tigerinsel an'S Landsetzen, wo der Serang oder Hochbootsmann es übernahm, derSache auf die Spur zu kommen. Ich war bei der Prvcedurgegenwärtig und habe das ganze Verfahren mitangesehen, dasseiner Merkwürdigkeit halber hier wohl Erwähnung verdienen dürfte.
Die Leute wurden in Haufen zu zwanzig und dreißig in Kreiseaufgestellt; der HochbootSmaun trat in die Mitte, legte jedemetwas weißes Pulver auf die Hand und befahl ihm dann daraufzu spucken. Er ging dabei von der Voraussetzung aus, der Unschuldigewerde die Weisung ohne alle Schwierigkeiten vollziehen, der Schul-dige dagegen aus lauter Gewissensangst einen so trockenen, hülsigen,Mund bekommen, daß er dies nicht zu thun vermöge.
Auf alle Fälle wurden zehn Mann durch den Serang alsdie Schuldigen ausgelesen, und später zu Calcutta einem gericht-lichen Verhör unterworfen, wobei sich auch wirklich ergeben habensoll, daß diese zehn sämmtlich ihre Schuld eingestanden und nochzwei ihrer Kameraden als Mitvcrbrecher angaben, worauf allezwölf zur Strafe beim Fort William in Ketten aufgehängt wurden.
Das gerichtliche Verfahren, so wie die Exekution, sind mir bloSvom Hörensagen bekannt; die Speichelprobe habe ich aber miteigenen Augen gesehen und ans dem ganzen Benehmen der LaS-caren ging deutlich hervor, daß sie die Sache sehr ernsthaft nahmen,denn in meinem ganzen Leben habe ich noch niemals einen Ver-