hatten zu Whampoa ein Schiff der englischostindischen Kompagniegetroffen, welches Opium einschmuggelte, und einige Tage nachdemich den Wabash verlassen hatte, ließ ich mich als dritter Steuer-mann an Bord desselben anwerbcn.
Dies war das erste und einzige Mal, daß ich unter englischerFlagge segelte, denn bei meinen übrigen Fahrten auf englischenSchiffen läßt sich nicht wohl behaupten, daß ich mich unter ihrerFlagge befand, wenn diese gleich über meinem Haupte wehte.
Mein neues Schiff hieß „die Hoffnung," gehörte nach Kal-kutta und stand unter Kapitän Kid oder Kyd — das weiß ichnicht mehr so genau; cs war aus Thekaholz gebaut, hatte früherals Fregatte tu portugiesischen Diensten gestanden, war aber nunso alt, daß Niemand mehr wußte, wo cS gezimmert worden war,obwohl es trotzdem mit der Geschwindigkeit einer Wasserheresegelte. Die Bemannung bestand größtentheils aus Lascaren, nebsteinigen Europäern und Negern, wie dies auf solchen Fahrzeugengebräuchlich ist. Der Betrag meiner Löhnung an Thalern warzwar nicht sonderlich bedeutend, dagegen aber Alles so wohlfeil,daß die Rechnung dadurch ausgeglichen wurde; auch hatte ich ver-schiedene Nebeneinkünfte zu erwarten, welche sich gleichfalls aufeine hübsche Summe beliefen und der Tisch auf unserem Schiffewar ganz vortrefflich.
Als ich an Bord der „Hoffnung" angestellt wurde, führte sieeinen ziemlichen Vorrath von Opium mit sich, welcher vor unsererAbfahrt noch vollständig eingeschmuggelt werden mußte. Da dieserHandel in neuerer Zeit so großen Lärm veranlaßt hat, so will ichhier erzählen, wie wir unsere Maaren gewöhnlich an den Mannbrachten. Zur Vertheidigung der moralischen Seite dieses Handels-zweigs weiß ich ebenso wenig anzuführen, als dieß bet meinerTabackreise der Fall war; allerhöchstcns könnte ich etwa ver-sichern, daß ich, falls man mich nämlich zu einer von beidenSchniuggelarten zwingen wollte, jedenfalls weit lieber die Landsleute