Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

183

daß man uns suchte; nur die Marssegel waren einfach gerefft unddie Bramsegel darüber gesetzt. Es lief übrigens rasch an unsvorüber und hätten wir es nicht so zeitig wahrgenvmmen, so wärenwir quer durch sein Kielwasser, d. h. zu weit leewärts von ihm ge-kommen und hätten somit jede Hoffnung auf Rettung verloren.

Sobald wir denWilliam und Jane" erblickten, änderten wirunfern Kurs; doch wie war es möglich, daß unser Boot bei solcherSee ein schnellsegelndes Schiff, das mit einer dichten Segelmassedahin jagte, noch einholen sollte? Unsere Angst war auch von demAugenblicke an, da wir das Schiff vor uns sahen, vielleicht weit größerals zuvor, denn jetzt erst erkannten wir die Gefahr, welche unsbevorstand. Nie werde ich das Gefühl vergessen, mit dem ich dasSchiff seine große Halse auSgapen und das große Marssegel ein-holcn sah! Fock- und Bramsegel folgte, worauf die große Raa sichrund umschwenkte und das große Marssegel backlegte; Alles amganzen Schiff schien zu fliegen, und wir wußten nun, daß wir ge-rettet waren.

Wenige Minuten später standen wir an Bord unseres Schiffs;das Boot kam an den Penterbalken, das Steuer wurde ausgenommennnd fort ging's mit der alten Barke, China entgegen.

Wir hatten auf unserer Bootscrcursion vom Hunger, von derAnstrengung und dem Wetter viel auSzustehen gehabt und mir beson-ders war'S unter allen am schlimmsten ergangen, da ich trotz derkühlen Witterung fast kein Kleidungsstück auf dem Leibe trug; hättenwir noch einen Tag länger auf diese Art zubringen müssen, ichglaube, wir wären alle zu Grunde gegangen, wenn wir andersnicht zu der unter Seeleuten so wohl bekannten Alternative unsereZuflucht genommen hätten.

Der Kapitän sowie die ganze Mannschaft waren hoch erfreut,uns wieder in ihrer Mitte zu sehen; sie hatten beschlossen, unterkurzen Halsen luvwärts zu weneen, bis sie das Land erreichen würden.