beinahe aus den Händen gerissen hätte: wir hielten unsere ganzeAufmerksamkeit auf dessen Sicherstellung gerichtet, so daß wir keineZeit zum Umschauen fanden; kaum aber war dieses Geschäft beendigt,als einer unserer Leute ausrief, das Schiff sey nirgends zu sehen!
Er hatte wahr gesprochen — unser reicher Kauffahrer warverschwunden und wir saßen in einer sechsrudrigen Pinaffe mittenim weiten Ozean, ohne einen Bissen Mundvorrath, ich selbst ohneHut, Schuhe, ohne Jacke und Hosen, bloS mit einem Paar Nnter-beinkleidern und einem sianellenen Hemde bekleidet! Das einzige Glückwar noch, daß der Kapitän in jedem Boot ein Tönnchen Wasseraufbewahrt hatte; so fanden wir wenigstens einen kleinen Dorrathvon diesem Hauptbcdürfnisse, der für uns fünf vielleicht aus zweibis drei Tage ausreichen mochte.
Alle unsere Boote waren mit Segeln versehen, die der Pinaffeaber hatte man kurz zuvor des Trocknens halber über das Quar-terdeck gespannt, so daß wir einzig und allein auf unsere Riemenbeschränkt blieben. Anfänglich ruderten wir leewärts, bald aberübersiel uns ein so dichter Nebel, daß wir die Gegenstände kaumauf Kabellänge unterscheiden konnten und unser Nachsuchen nachdem Schiffs in dieser Richtung gänzlich erfolglos blieb.
Nach ein paar Stunden stellten wir das Rudern ein, um nun-mehr gemeinschaftliche Berathung zu halten. Ich schlug vor, inder Richtung des Landes, d. h. windwärts zu rudern; sollte dasSchiff uns aufsnchen, so mußten wir'S jedenfalls in jener Regionfinden, und war es ganz für uns verloren, so bestand unsere einzigeHoffnung darin, die Küste zu erreichen, wo wir doch vielleicht etwaszu essen vorfinden mochten, während hier auf dem Ocean wenigAussicht dazu vorhanden war. Meinen Kameraden wollte anfangsder Gedanke, den Ort zu verlassen, nicht recht einleuchten, nacheinigem Hin- und Herreden entschieden sie sich aber dennoch fürmeinen Plan.
Der Nebel dauerte den Nachmittag, die ganze Nacht und den