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nach dreiwöchentlicher Dienstleistung nackt und entblößt an der Küstevon Irland.
Zu meinem Leidwesen muß ich gestehen, daß mein Herz mehrReue und Verdruß, als Dankbarkeit für meine Rettung empfand;von Religion hatte ich kaum einen Begriff, denn von alledem, wasman mir während meiner Kindheit mühsam beigebracht hatte, warsäst keine Spur mehr vorhanden. In dieser Gemüthsstimmunghatte ich freilich weit mehr Sinn für die Drangsale, die ich er-duldet, als für die göttliche Barmherzigkeit, die sich mir in meinerRettung dargethan hatte. Ich blicke mit Beschämung auf die Hart-herzigkeit zurück, die mich gegen die mannigfachen Beweise vonGnade unempfindlich machte, welche mich so oft schon den Gefahrenmeines Berufs entrissen hatte.
Noch volle drei Tage gingen nach dem Schiffbruche vorüber,bis ich endlich das Bett verlassen konnte. Man kann nirgendseine freundlichere Behandlung erfahren, als sie mir von diesen iri-schen Fischersleuten erwiesen wurde; sie hatten doch wahrlich keinenandern Lohn vor Augen, als den der Himmel barmherzigen Seelengewährt und dennoch hätte ich nicht besser verpflegt werden können,auch wenn ich ihr eigener Sohn gewesen wäre; sie nährten, Pfleg-ten und wärmten mich, ohne eine andere Belohnung als den Dankeines armen Schiffbrüchigen davonzutragen.
Ich mußte drei Wochen bei ihnen bleiben und konnte wegenmeiner Quetschungen nicht einmal etwas für sie arbeiten. DieSusanna war vollkommen zerschellt und von ihren Trümmern ließsich auch nicht soviel zusammenlesen, daß man ein Boot davonhätte bauen können; ihre Ladung war eben so spurlos wie ihrRumpf verschwunden, und ehrlich gestanden, wäre eS kaum derMühe werth gewesen, die Letztere anzubrechen.
Die beiden Schiffsjungen waren zwei bis drei Meilen auf-wärts an der Küste in einer andern Hütte untergebracht worden; da ichaber keine Schuhe hatte und überdies zu kraftlos war, so konnte ichNed Myers. 12