Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

156

Er führte uns in seine am Strand gelegene Hütte und be-reitete uns aus Kartoffel», Fischen und Brod ein äußerst kernhafteS,ergnickendes Mahl; nachdem wir bis Sonnenuntergang in seinerHütte verweilt und manch nützlichen Rath von ihm erhalten hatten,sagten wir ihm Lebewohl, um unser» Weg Tag und Nacht undmit höchster Vorsicht fortzusetzeu. Wir schliefen immer in den Wäl-dern und machten blos dann Halt, wenn wir müde waren und einenpaffenden Versteck vorfanden; von Lebensmitteln hatten wir zwaraus der Fischerhütte einen kleinen Vvrrath mitgenommen, der abernicht weit ausreichte, weßhalb wir zu den getrockneten Winterbeeren,die wir am Wege fanden, unsere Zuflucht nehmen mußten.

Gegen acht Uhr Abends erreichten wir Liverpool und begabenuns augenblicklich nach dem Stelldichein des Kaperschiffes, wohinuns ein Mädchen gegen einen Shilling Belohnung den Weg zeigte.Der dortige Wirth empfing uns mit Freuden und nahm uns un-verzüglich unter seine Schiffsmannschaft auf; jeder von uns erhieltvier Pfund Handgeld, Wohnung und Verköstigung bis zum Ein-laufe» des SchoonerS und beide Thcile schienen mit dem Handelhöchlich zufrieden.

Die Wahrheit zu gestehen, begannen wir nun zu trinken undder folgende Tag wurde gänzlich als blauer Montag gefeiert. Amzweiten Morgen nach dem Frühstück sahen wir unseren Wirth miteiner Zeitung in der Hand plötzlich in unser Zimmer stürzen; erüberhäufte uns mit allen Sorten von Schimpfnamen, weil wir unsbei ihm für Deserteure ausgegeben hätten, während wir doch nurflüchtige UankceS sehen ! Ihn beunruhigten die zwölf Pfund Hand-geld, welche er uns gegeben hatte und nun wieder zurückforderte;wir lachten ihm aber in'S Gesicht und gaben ihm den Rath, sichruhig zu verhalten und uns sobald wie möglich aus das Kaperschiffzu befördern.

Erst jetzt theilte er uns mit, daß eS hiefür zu spät sey, da dieWache bereits unsere Spur ^verfolge, was sich auch bald darauf als