Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

14L

sich Jemand in der Nachbarschaft regte, und versteckten uns ineinem Heuschober, wo wir den ganzen Tag ungestört zubrachten.Zum Glück hatten wir etwas Brod und einige Häringe in den Hütenmitgenommen, womit wir jetzt unfern Hunger stillten; der Rumerhielt uns munter und wenn Rum überhaupt jemals gut gethanhat, so glaube ich, daß es bei dieser Gelegenheit geschah. Wirschliefen frisch und gesund, während einer von uns den Ausguckermachte eine Regel, welche wir die ganze Zeit über beobachteten,so lange wir zusammen waren. Im Laufe des Tages hatte auch derRegen nachgelassen, dafür aber war wieder scharfe Kälte eingetreten.

In der nächsten Nacht machten wir uns abermals auf denWeg und wählten eine Richtung, die uns auf drei Meilen vonder Stadt vorbeiführte. Auf diesem Marsch kamen wir an desPrinzen Landhaus" vorüber, wo ich so oft gewesen war, dessenAnblick mich an meine Hcimath und an die Tage meiner Kindheiterinnerte; aber Reue war jetzt umsonst und so zogen wir immerweiter. Meine Begleiter bemerkten meine Betrübniß und fragten mich,was mir sey; ich gab jedoch eine ausweichende Antwort und ver-sicherte sie, daß mir nichts fehle.

Eine Meile von der Stadt stand eine Schenke, welche voneinem Manne, Namens Grant, gehalten wurde. Littlesield wagtesich hinein, und kaufte einen Laib Brod nebst etwas Käse, woraufer sich wieder entfernte, nicht ohne einigen Argwohn erregt zuhaben. Dies gab uns wieder neue Kräfte und wir setzten unfernMarsch fort, so schnell wir nur konnten.

Noch vor Tagesanbruch gelangten wir an eine Brücke, aufder eine Schildwache postirt war und hinter welcher wir ein Wacht-haus bemerkten. Um dieser Gefahr auszuweichen, umgingen wirdas WachthauS und setzten oberhalb der Brücke über den Fluß, wowir zwei Indianer antrasen, mit denen wir ein Gespräch anknüpf-ten. Unser Rum war uns diesmal von größerem Nutzen als jezuvor, denn mit ihm erkauften wir uns in der ersten Minute die