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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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ein zweiter Gurt oder Schlauch war mit Rum gefüllt, einmal ummich im Wasser flott zu erhalten und dann auch um mir am Landezur Erquickung zu dienen. Dazumal hielt ich den Rum für eineder wichtigsten GottcSgaben, während ich ihn jetzt als eines dergrüßten Nebel betrachte. Meine Begleiter versahen sich gleichermaßenmit Geld und Rum, doch war keiner so reich wie ich; meinenFreund Mallet und Leonard Lewiö hatte ich für den Fall, daß ichentkäme, zu meinen gesetzlichen Erben, wenn ich aber wiederergriffen würde, zu meinen Verwaltern eingesetzt.

Lewis war ein junger Mann von besserer Familie, als diemeisten anderen Gefangenen, und, mir schien, daß irgend ein Un-glück ihn auf die See getrieben haben mußte; er hatte eine sehrschwächliche Gesundheit und schien nicht zu einem langen Lebenbestimmt zu seyn. Er hätte von Herzen gern an unserem VersucheTheil genommen, war aber nicht kräftig genug, um die Anstrengungzu ertragen, die uns, wie wir wohl wußten, bevorstand, bis wirerst klar seyn konnten.

Die Nacht, die wir uns zur Flucht auswählten, war so kalt,finster und unheimlich, daß sich alle Posten in ihre Schilderhäuserzurückgezogen hatten, wozu überdieß noch ein heftiger Regen kam.Sobald die Lichter ausgelüscht waren, (was um acht Uhr geschah)schlangen wir die Taljereeps unserer Hängmatten um zwei vonden Fcnsterstäben; ein Scheit Holz diente uns als Hebel und ließsich mit leichter Mühe zwischen die Barren einzwängen, so daßeine Oeffnung entstand, welche uns ohne Schwierigkeit durchzu-schlüpfen erlaubte. Jack Mallet und die andern zurückbleibendenFreunde bogen später die Stäbe wieder gerade, weßhalb die Wächtersich nicht zu erklären vermochten, wie wir denn eigentlich entkommenwären.

Vom Getängniß bis an'S Wasser gelangten wir, ohne ansein Hinderniß zu stoßen; die Pfähle durften wir nur aus einanderschieben, da wir sie schon bei Tag durchschnitten hatten. Mit